Krems

Erstellt am 11. Januar 2018, 05:04

von Franz Aschauer

Gasthaus-Sterben im Bezirk Krems geht weiter. Nach dem Aus für das „Schmankerl“ schließt bald auch das „Eggers“. Gerüchte zu anderen Lokalen.

„Wir machen weiter!“ Erich und Angela Datler dementieren die Schließungs-Gerüchte um das Stadtgasthaus am Dreifaltigkeitsplatz.  |  Lechner

Die Wirte kommen nicht zur Ruhe: Kaum ist der lange so aufgeheizten Debatte um das doch nicht eingeführte generelle Rauchverbot etwas die Luft ausgegangen, kursieren nun zahlreiche Gerüchte über Schließungen von Gasthäusern in der Stadt. Die NÖN hat die Spekulationen zusammengefasst und bei den betroffenen Gastronomen nachgefragt.

Eggers: Plakat „Wir schließen für immer“

Der dieser Tage wohl am häufigsten unter dem Stichwort „Lokalschließungen“ gefallene Name ist das „Eggers“. Das Café-Restaurant in der Unteren Landstraße ist von der Gastronomie-Kette der Brauerei Egger angemietet und wird von Karl Leopold betrieben. Er wollte auf Nachfrage über die Zukunft des Lokals keine Auskunft geben.

Offenherziger war Bernhard Prosser, Geschäftsführer der Brauerei Egger: „Leider müssen wir bestätigen, dass das Eggers – voraussichtlich mit Jahresmitte – schließen wird. Der Pächter sieht für das Lokal keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Aus diesem Grund haben wir den Mietvertrag gekündigt.“

Das „Eggers“ könnte aber auch schon schneller Geschichte sein. Seit wenigen Tagen hängt an der Eingangstüre ein Plakat mit der Aufschrift „Wir schließen für immer“.

„Schmankerl“ könnte zu Kaffeehaus werden

Bereits geschlossen hat das Gasthaus „Zum guten Hirten“ in der Wiener Straße. Dort soll es wieder einen Gastronomie-Betrieb geben, geführt von Josef Weber, der zuvor mit Dieter Aschauer das „Lerchal“ in Lerchenfeld betrieben hat.

Schon im November zugesperrt hat das „Schmankerl“ am Täglichen Markt. Hatte es ursprünglich geheißen, der Vermieter wolle keine Gastronomie mehr in seinem Haus haben, scheint sich das Blatt jetzt zu wenden. Die Rede ist von einem Kaffeehaus, das sich ansiedeln könnte.

Konkreter Interessent ist Markus Madar, der neben dem „Café Wachau“ fünf weitere Kaffeehäuser in Melk, Dürnstein und Loosdorf betreibt. „Mich würde auch das ‚Café Fünf Sinne‘ interessieren“, gibt Madar preis. Für die dortige Betreiberin Michaela Hochleitner wäre die Übernahme durch Madar eine Idealkonstellation: „Ich möchte mich beruflich verändern und suche deswegen einen Nachfolger.“

„Die derzeitige Lage ist ein Widerspruch zu dem Bedarf an Lokalen, den Krems als Tourismusstadt hat.“Wirtschaftsservicestellenleiter Matthias Slatner

Seit dem Sommer ihre Tore geschlossen hat die Pizzeria „Due Fratelli“ in der Schlüsselamtsgasse. Ein Lokal mit griechischem Einschlag soll nachfolgen.

Von hartnäckigen Schließungs-Gerüchten betroffen sind die „Weinbar Arte“ und das Stadtgasthaus Datler. Auf Nachfrage dementieren aber beide Lokale die Gerüchte. Es gehe weiter wie gehabt. Auf der Datler-Homepage ist wegen der Spekulationen sogar eine Ankündigung in großen roten Lettern vorzufinden: „Wir gehen nicht in Pension! Wir haben vor, noch einige Jahre für Sie da zu sein!“

Von einem Gerücht der anderen Art betroffen ist das Gasthaus und Hotel Klinglhuber. Das Gasthaus werde zugesperrt, es werde nur noch einen Hotel-garni-Betrieb geben, so der Tenor. „Stimmt nicht!“, klärt Astrid Klinglhuber Berger auf, „es bleibt alles beim Alten.“

Besorgt über die aktuelle Situation in der Kremser Gastronomie ist Wirtschaftsservicestellenleiter Matthias Slatner. „Das gastronomische Angebot schrumpft eindeutig. Die derzeitige Lage ist eigentlich ein totaler Widerspruch zu dem Bedarf an Gasthäusern und Lokalen, den Krems als Tourismusstadt hat.“