Krems , Mautern an der Donau , Langenlois

Erstellt am 17. April 2018, 05:16

von Martin Kalchhauser

Bezirk Krems: Alle Pflegeplätze besetzt. Behörde muss über Zuerkennung eines Platzes entscheiden. Immer öfter wenden sich Interessenten direkt an die Heime. Gute Vernetzung erleichtert Lösungen.

Pflege und Betreuung im Alter sind ein Thema, das nicht erst seit der Abschaffung des Pflege-Regresses aktuell ist. 461 Dauer-Betreuungsplätze stehen in Stadt und Bezirk Krems zurVerfügung.Shutterstock/Robert Kneschke  |  Shutterstock/Robert Kneschke

„Wir haben mit Stichtag 12. 4. zwei freie Pflegeplätze im Haus.“ Senecura-Direktor Claus Dobritzhofer, dem die Pflege- und Betreuungszentren in der Alauntalstraße (Thorwestenheim) und Brunnkirchen unterstehen, war bei der vorwöchigen Bestandsaufnahme der NÖN der Einzige, der jemanden hätte unterbringen können. Die anderen beiden Einrichtungen der Region, das Severinheim Mautern (Betreiber: Land NÖ) und das private Pflegezentrum Langenlois, waren voll belegt.

Eine Auswirkung des aktuell heiß debattierten Pflegeregresses (Abschaffung des Zugriffs auf das Eigentum des Patienten, Anm.) ist dies aber nicht. Allerdings gibt es generell Informationsbedarf.

Christine Baumühlner, Severinheim Mautern: „Für Akutfälle gibt es immer eine Lösung!“  |  NOEN

„Über die Zuerkennung eines Pflegeplatzes entscheidet ja die Behörde“, erklärt Christine Baumühlner, Leiterin des Severinheimes. „Dort muss der Antrag gestellt werden.“

Generell sei aber feststellbar, dass die Nachfrage größer geworden ist. Man nehme generell erst Patienten ab Pflegestufe 4 auf. „Es kommen jedoch häufiger als früher Leute zu uns, um das Haus zu besichtigen, sich zu informieren, wie man einen Antrag stellt und was die Voraussetzungen sind. Da sind wir natürlich gerne behilflich.“

Gute Kontakte sind im Sinne der Patienten

Keine große Änderung konstatiert auch Jutta Riss, die das Zentrum Langenlois leitet. „Es gibt steigende Nachfrage, aber die Steigerung ist nicht eklatant. Eine Ursache ist da nicht eindeutig feststellbar.“

Auch in der Vergangenheit habe es Phasen mit mehr und weniger Interesse gegeben. „Auch wenn die Behörde über die Zuteilung von Betten entscheidet, kommen die Leute doch zu uns. Wir arbeiten aber auch mit dem Sozialdienst und dem Entlassungsmanagement des Klinikums zusammen.“

Jutta Riss, Pflegezentrum Langenlois: „Nachfrage steigt, aber nicht eklatant.“  |  NOEN

Mit der Behörde gebe es einen guten Kontakt. Deren Anträge und die direkten Anfragen in Langenlois „werden zusammengeführt. Und wir versuchen halt immer, eine optimale Lösung für die Betroffenen und deren Angehörige zu erreichen.“

Von Seiten der Behörde (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat) muss jetzt genauer geprüft werden, was bei den Kandidaten an Einkommen (Pension, Fruchgenuss, …) vorhanden ist. „Mir tun die Mitarbeiter der Behörde leid“, meint Dobritzhofer, der außerdem auf eine oft vergessene Facette der Gesetzesänderung hinweist: „Man macht Privatzahler zu Sozialzahlern.“

Die neue Regelung sei für einige seiner Bewohner verwirrend. Statt einen Teil ihrer Pension direkt an das Heim zu überweisen, werde das Geld jetzt von der Behörde abgezogen und von dort an die Einrichtung überwiesen. „Die Leute sind damit etwas weniger selbstständig!“

„Betreutes Wohnen“ als Alternative zum Heim

In den Heimen steige die Nachfrage nach Einzelzimmern. Senecura bietet neben den beiden Pflege-Standorten auch Wohnplätze im „Betreuten Wohnen“ in der Ringstraße an.

Claus Dobritzhofer, Senecura: „Bewohner durch Neuregelung weniger selbstständig.“  |  NOEN

„Dort sind aktuell 90 Menschen untergebracht“, so Dobritzhofer. „Diese Form ist etwas billiger, man kann Leistungen, die man braucht, nach Bedarf zukaufen. Und man bleibt, so lange es geht, selbstständiger und selbstbestimmter.“

Mut macht denen, die in absehbarer Zeit dringend einen Pflegeplatz brauchen, die Aussage, die die Mauterner Chefin Christine Baumühlner – wohl auch stellvertretend für ihre Kollegen an der Spitze der anderen Einrichtungen – tätigt: „Für Akutfälle gibt es dank unserer guten Vernetzung untereinander immer eine Lösung!“

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