Krems

Erstellt am 13. Oktober 2017, 05:45

von Karl Pröglhöf

Bootsunglück: „Gedanken an Freund sind immer da“. Die NÖN hat mit einem Insassen gesprochen, der bei der tödlichen Fahrt an Bord war. Er redet darüber, wie er sich fühlt.

Der Tod von Manfred Schroll beim Bootsunfall ist eine dauernde Belastung für seine Freunde.  |  NOEN

Die Zeitschrift „News“ hat ausführlich aus einem Gutachten zum Bootsunfall auf dem Wörthersee zitiert, bei dem am Pfingstwochenende der Kremser Bauunternehmer Manfred Schroll ums Leben gekommen ist (die NÖN berichtete).

Der zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisierte Bootslenker gibt an, dass er nahezu gleichzeitig wie der Unternehmer ins Wasser gefallen sei und daher das Boot nicht gesteuert habe, als es Schroll überfahren hat. Der Sachverständige bezweifelt diese Angaben.

Was ist an diesem 2. Juni wirklich geschehen?

Die NÖN hat mit einem der Mitfahrenden – an Bord waren eine vierköpfige Freundesrunde aus dem Raum Krems und ein Mitarbeiter des Kärntner Schiffseigentümers – Kontakt aufgenommen. Über den Unfallhergang äußert er sich nicht: „Bitte um Verständnis, ich habe zu diesem Unglück als Zeuge in einem Ermittlungsverfahren meine Wahrnehmungen bei der Polizei ausgesagt.“

Tiefer lässt er in seine Seelenverfassung blicken: „Wir und unsere Familien und Freunde sind zutiefst betroffen, es ist ein Drama für alle Beteiligten und schwer, in das ,normale‘ Leben zurückzufinden. Das Erlebte lässt einen nicht los, die Gedanken an meinen Freund sind immer da.“

Und da ist dann auch noch die Öffentlichkeit: „Es ist schlimm, wie schnell heutzutage Gerüchte und falsche Vermutungen verbreitet werden können, besonders in den sozialen Medien. Viele glauben das leider bzw. glauben nun etwas ,genau zu wissen‘ und fällen auch gleich ein Urteil. Das ist brandgefährlich. Ich klammere für mich sämtliche Kommentare und Berichte zu dem Unfall aus, warum sollte ich etwas nachlesen, was ich selber erlebt habe, und daher besser weiß?“

Eines habe sich in den Tagen nach dem Unglück schnell gezeigt – und darüber werde kaum oder gar nicht geschrieben – „wie wichtig die Familie und die wirklichen Freunde sind, die uns allen und Mandis Familie zur Seite stehen und wieder auf die Beine helfen. Dafür möchte ich mich aufrichtig bedanken.“