Erstellt am 17. April 2018, 05:15

von Nadja Straubinger

Milchbauern kaufen NÖM doch nicht. Die Berater der Milchgenossenschaft sehen derzeit ein zu hohes Risiko für eine Übernahme.

Milch liefern die Bauern weiterhin an die NÖM, kaufen werden sie die Molkerei vorerst aber nicht.  |  NOEN, Straubinger

Fast genau ein Jahr ist es her, dass sich die Molkereigenossenschaft Niederösterreich (MGN) entschlossen hatte, die NÖM zu übernehmen. Jetzt wurde der Kauf der zweitgrößten Molkerei Österreichs aber abgeblasen. Grund ist das zu hohe Risiko für die Milchbauern.

Milchgeschäft ist sehr angespannt

„Wir haben Verhandlungen mit der Raiffeisen-Holding geführt, aber in der jetzigen Situation ist das Milchgeschäft sehr angespannt“, erklärt MGN-Obmann Johann Krendl aus Kasten. Er führte federführend die Kaufverhandlungen. Die Berater sehen in der Übernahme derzeit ein „Hochrisikogeschäft“. Für immer vom Tisch ist die Übernahme der NÖM durch die MGN aber nicht.

„Wir wollen uns nicht ganz davon entfernen. Die Sache ist nur im Moment zu riskant“, betont Krendl, der die offene Kommunikation mit Raiffeisen-Holding NÖ-Wien heraushebt. „Wir wollen das Ziel nicht aus den Augen verlieren, aber das Risiko darf für uns nicht so hoch sein“, so Krendl.

„Wir wollen das Ziel nicht aus den Augen verlieren, aber das Risiko darf für uns nicht so hoch sein“

Lilienfelds Bezirksbauernkammer-Obmann Reinhold Mader sieht die Entwicklung neutral. „Für uns ändert sich nichts. Es hätte nur Geld gekostet und wir hätten daraus keinen Vorteil.“ Auch der Haupteigentümer hat aktuell keine Bestrebungen, einen anderen Käufer zu finden „Die NÖM AG ist als Unternehmen gut aufgestellt. Für die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien steht ein Verkauf nicht zur Debatte“, betont die Pressesprecherin der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Michaela Stefan.

„Jetzt stehen wir vor der Herausforderung zu schauen, dass die Produktion nicht wieder ansteigt“

Seit dem Fall der Milchquote 2015 kämpfen die Bauern mit der gestiegenen Milchproduktion. 2016 sei wegen der großen Milchmenge ein schlechtes Jahr gewesen. „2017 war die Entwicklung des Preises okay, weil die Menge zurückgegangen ist. Das ist aber kein Phänomen bei uns, sondern das war in ganz Europa so“, weiß Krendl. Dadurch habe sich der Preis erholt. „Jetzt stehen wir vor der Herausforderung zu schauen, dass die Produktion nicht wieder ansteigt“, erklärt der MGN-Obmann. Sonst gerate die Milchwirtschaft erneut unter Druck.