Erstellt am 10. Januar 2018, 05:29

Trendwende am Arbeitsmarkt im Jahr 2017. Zahl der Jobsuchenden ging im Bezirk zurück, kräftiges Plus bei freien Stellen und Besetzungen.

Bis Jahresende wurden beim AMS 1.355 freie Stellen und Lehrstellen gemeldet.  |  NOEN, AMS, Fotostudio B&G

Im Dezember hat die Saison-Arbeitslosigkeit Einzug im Bezirk Lilienfeld gehalten und sich gegenüber dem November um beinahe 20 Prozent erhöht. Der saisonale Anstieg fällt jedoch weit geringer aus als in den vergangenen Jahren. Insgesamt waren Ende Dezember 1.001 Personen, davon 368 Frauen und 633 Männer, beim Arbeitsmarktservice (AMS) Lilienfeld vorgemerkt. Das sind im Vergleich zum Jahr 2016 um 104 Betroffene (minus 9,4 Prozent) weniger. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Kategorien außer bei den Personen „50+“ zurückgegangen.

„Die Gründe dafür liegen in der guten Auftragslage der Unternehmen und in den bis dato milden Witterungsverhältnissen“ vermutet AMS-Chefin Margareta Selch

Bezüglich der Jahresbilanz 2017 konstatiert Selch, dass die Trendwende auch den heimischen Arbeitsmarkt erreicht habe, allerdings bleiben strukturelle Probleme. „Mit einem Wirtschaftswachstum im Rücken steigen die Beschäftigten- und stagnieren die Arbeitslosenzahlen“, so das Resümee der AMS-Geschäftsstellenleiterin zum abgelaufenen Arbeitsmarktjahr. Steigende Arbeitskräftenachfrage führte zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit und zu einem kräftigen Plus bei den Stellenbesetzungen.

Am Lilienfelder Arbeitsmarkt herrschte eine rege Nachfrage nach Personal. „Wir haben die Dynamik des Aufschwungs genutzt und uns intensiv ins Arbeitsmarktgeschehen eingebracht“, so Margareta Selch. Bis Jahresende 2017 hatten die heimischen Unternehmen 1.355 freie Stellen und Lehrstellen gemeldet. „Gegenüber dem Vorjahr ist das ein sattes Plus von 41,3 Prozent“, betont Selch.

Gleichzeitig konnten 1.141 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt werden – ein Plus von 40,3 Prozent im Vergleich zu 2016.

2017 ist es auch deutlich mehr Jobsuchenden gelungen, ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme zu beenden. „1.412 ehemalige arbeitslose Kundinnen und Kunden haben wieder einen Arbeitsplatz gefunden, um 61 mehr als im Vorjahr“, weist die AMS-Chefin auf ein weiteres Detail hin.

„Sorgenkinder“: Ältere und nicht fitte Personen

Trotz der Umkehr, welche sich im Bezirk Lilienfeld erst seit dem Sommer 2017 mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit bemerkbar gemacht hat, gibt es aber auch künftig Handlungsbedarf. Personen der „Generation 50+“ beziehungsweise mit gesundheitlichen Einschränkungen laufen weiterhin Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden oder zu bleiben. Sie stehen daher gleichfalls heuer noch im Fokus der Arbeitsmarktpolitik. Etwa jeder fünfte AMS-Kunde wird bereits ein Jahr und länger von der regionalen Geschäftsstelle in Lilienfeld betreut. „Ohne unsere Unterstützung finden diese Menschen kaum Anschluss an das Erwerbsleben“, erklärt AMS-Chefin Margareta Selch zum schwierigen Rückbau bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Gegenüber 2016 ist ihre Zahl laut AMS-Statistik um sieben Prozent auf rund 188 gestiegen.

Obwohl es 2017 mehr Lilienfelder Jobsuchenden, welche 50 Jahre oder älter sind, gelungen ist, wieder Anschluss ans Erwerbsleben zu finden, steigt die Zahl der arbeitslosen „Golden Ager“ weiter an. Das AMS Lilienfeld verzeichnete in dieser Personengruppe 266 Arbeitsaufnahmen, um 8,1 Prozent mehr als im Jahr 2016. Gleichzeitig erhöhte sich aber die Zahl der Arbeitslosen im Alter ab 50 Jahren jahresdurchschnittlich um 10,6 Prozent auf 332 Betroffene.

Ebenso schwierig: 396 Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen waren im vergangenen Jahr arbeitslos vorgemerkt, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 10,6 Prozent oder jahresdurchschnittlich plus 38 Personen. „Mit einem soliden Wirtschaftswachstum im Rücken gilt es im Jahr 2018 konsequent an den strukturell bedingten Problemen am Arbeitsmarkt zu arbeiten“, betont AMS-Chefin Margareta Selch.