Kaumberg

Erstellt am 09. Januar 2018, 05:41

von Markus Zauner

Strittiger Abriss des Alt-Gasthofes Rohrer ist erfolgt. Exklusiv via NÖN ließ Bürgermeister Michael Wurmetzberger im Dezember den bevorstehenden Abriss des teilweise unter Denkmalschutz stehenden Alt-Gasthofes Rohrer verlautbaren.

Das war am Sonntagnachmittag, 7. Jänner, vom Alt-Gasthof Rohrer nochübrig.  |  NOEN, Halbwax

Letzten Mittwoch war es soweit: Auf Order des Ortschefs, der zuvor einen Abbruchbescheid ausgestellt hatte, fuhren die Bagger auf und starteten mit dem Abtragen des 2006 von der Gemeinde angekauften Gebäudes. Zum Handeln sah sich Wurmetzberger wegen „Gefahr im Verzug“ veranlasst. Er stützte sich auf drei eingeholte Gutachten, die im desolaten Alt-Gasthof extremen Schimmelpilzbefall sowie das Vorkommen holzzerstörender Organismen, darunter der echte Hausschwamm, konstatiert hatten.

„Es wird erwartet, dass der gefährliche Schimmel auf angrenzende Gebäude übergreift. Dadurch besteht Gefahr für Leben und Gesundheit. Als Bürgermeister und Baubehörde muss ich daher Verantwortung übernehmen“, so Wurmetzbergers Begründung vor dem Abriss. Im Zuge der Abbrucharbeiten habe sich dies bestätigt. Wurmetzberger: „Der Zustand war noch viel gefährlicher als angenommen. Holz-Balken an der Decke waren teilweise völlig zerbröselt. Das gibt uns noch mehr recht, den Abriss durchgeführt zu haben.“

„Holz-Balken an der Decke waren teilweise völlig zerbröselt. Das gibt uns noch mehr recht, den Abriss durchgeführt zu haben.“ Bürgermeister Michael Wurmetzberger

Kurzfristig ins Stocken gerieten die Abbrucharbeiten, weil das Denkmalamt am Mittwoch bei der Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld den Stopp des Abbruchs beantragte — zu einem Zeitpunkt, als schon ein Großteil des Gebäudes dem Erdboden gleichgemacht worden waren. Die Abrissbirne musste daraufhin am Donnerstag die Arbeiten einstellen. Wurmetzberger holte ein zusätzliches Gutachten ein, das bescheinigte, dass die verbliebenen Mauern einsturzgefährdet sind. Am Freitag durfte der Abriss der Überreste fortgesetzt werden. „Solche Störaktionen schaden nur der Gemeinde“, ärgert sich Wurmetzberger über die Verzögerung und die überplanmäßigen Kosten durch das weitere nötige Gutachten.

Sanierung hätte 1,6 Millionen Euro gekostet

Der Protest der Initiative Denkmalschutz, welche die Gemeinde aufgefordert hatte, „ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen und das geschichtsträchtige Gebäude zu erhalten“, blieb laut Kaumberger Bürgermeister übrigens zurecht ungehört. Denn die Sanierung des Alt-Gasthofes Rohrer sei aus wirtschaftlichen Gründen für die Kommune nicht zu stemmen gewesen. Eine aktuelle Kostenschätzung habe sich, so Wurmetzberger, auf unfinanzierbare 1,6 Millionen Euro belaufen. . .