Erstellt am 14. Februar 2018, 05:00

von Anna Faltner

Christa Kranzl: „Müssen einfach Parteibrille ablegen“. Ex-Staatssekretärin (SPÖ) und Gottsdorfer Mandatarin Christa Kranzl spricht über Kommunalpolitik und ihre Zukunftspläne.

Franz Gleiß

NÖN: Als Staatssekretärin und Landesrätin waren Sie viele Jahre für die SPÖ tätig. Seit 2010 sind Sie Obfrau Ihrer eigenen Liste in Persenbeug-Gottsdorf. Bei der Landtagswahl haben Sie Johanna Mikl-Leitner unterstützt. Warum?

Christa Kranzl: Ich habe nicht die Partei, sondern die Person Johanna Mikl-Leitner unterstützt. Mir ging es um die Unterstützung von Frau zu Frau. Wir kennen uns aus unserer Zeit in der Landesregierung. Egal ob im Sozial- oder Bildungsbereich – die Zusammenarbeit mit ihr hat immer gehalten.

Unterstützen Sie die Landeshauptfrau auch nach der Wahl?

Kranzl: Die Wahl ist geschlagen, und zwar sehr erfreulich. Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Landeshauptfrauen Wirklichkeit werden. In vielen Situationen, vor allem in der Politik, haben Frauen oft das Nachsehen. Das sollte sich ändern.

Die „Liste Kranzl und Unabhängige“ wurde 2010 als SPÖ-nahe Liste gegründet. Wird sich daran etwas ändern?

Kranzl: Nein. Wir sind eine Bürgerliste, die gute Arbeit leistet. Ich gehe davon aus, dass wir 2020 auch wieder kandidieren. Man sieht, dass es funktioniert, wenn man gemeinsam arbeitet. Und dazu muss man einfach die Parteibrille abnehmen.

In welcher Beziehung stehen Sie mittlerweile zur SPÖ?

Kranzl: Es ist ja bekannt, dass damals das Partei-Ausschlussverfahren gegen mich initiiert wurde. Das waren menschliche Probleme einer Neidgesellschaft. Wir haben damals als SPÖ-Liste eingereicht. Die eigene Partei hat uns das untersagt. Das Verfahren läuft seit neun Jahren. Bisher gibt es keine Entscheidung. Daraus schließe ich, dass man keine treffen wollte.

Wie harmonisch ist die Zusammenarbeit im Gemeinderat?

Kranzl: Es bessert sich. Die letzten Sitzungen waren sehr positiv. Vielleicht hat man sich daran gewöhnt oder man sieht, dass es uns um die Gemeinde geht. Fünf Jahre lang haben wir gefordert, dass die Termine der Gemeinderatssitzungen im Vorhinein festgelegt werden. Das wird jetzt endlich beschlossen.

2020 steht neben der Gemeinderatswahl auch Ihr Pensionsantritt an. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Kranzl: Ich gehe in Pension, aber nur, weil ich das Pensionsalter erreiche. Aber ich bleibe weiterhin Geschäftsführerin in meiner Firma. Was das Politische betrifft: In vielen Parteien gibt es diskutierbare Vorschläge. Ich habe mir den Luxus erlaubt, über den Tellerrand zu schauen. Was ich auf jeden Fall nicht mehr möchte, ist Parteipolitik.