Pöggstall

Erstellt am 14. November 2017, 05:00

von Anna Faltner

Landesausstellung brachte „Aufschwung für die Region“. Im Schloss Pöggstall ging am Sonntag die NÖ Landesschau zu Ende. Fazit: Region wird nachhaltig geprägt.

226 Tage – von 1. April bis 12. November war die NÖ Landesausstellung „Alles was Recht ist“ in Pöggstall zu Gast. Am Sonntag um 18 Uhr ging die bisher längste Landesausstellung der Geschichte zu Ende. Das Endergebnis steht aber noch nicht fest. „Wir sind sehr zufrieden.“ Mehr möchte Pressesprecher Klaus Kerstinger noch nicht verraten. Fest steht aber: Die 200.000er Marke wurde Ende Oktober geknackt.

Häufigste Besucherin im Schloss Pöggstall war vermutlich die Gastgeberin selbst. VP-Bürgermeisterin Margit Straßhofer setzte von den 226 Tagen nämlich nur neunmal aus. Im NÖN-Gespräch zieht sie Bilanz: „Das südliche Waldviertel war davor ein weißer Fleck auf der Landkarte. Jetzt ist dieser Fleck gespickt mit tollen Ausflugszielen und Erlebnissen. Ein Aufschwung für Gemeinde und die gesamte Region.“ Besonders glücklich macht sie die Begeisterung der Besucher. „Alle haben die ansprechende Aufbereitung des Themas gelobt und super Bewertungen abgegeben“, erzählt sie. In der kommenden Woche wird sie dann die Fackel an Wiener Neustadt als nächsten Austragungsort der NÖ Landesausstellung übergeben.

„Wir haben leider nur ein kleines Stück vom Kuchen abbekommen. Profitieren konnten andere weit mehr.“Heinrich Strondl, VP-Bürgermeister Maria Taferl

Kurt Farasin, der Künstlerische Leiter, spricht von einem Erfolg: „Wir hatten überdurchschnittliche Besucherzahlen. Das anfangs als schwierig oder trocken empfundene Thema sprach alle Altersgruppen an.“

Konzept für Belebung der Region aufgegangen

Den Grund für den enormen Publikumszulauf sieht er in der interaktiven Gestaltung der Ausstellung. „Es wurde gezeigt, dass jeder Einzelne eine Rolle in der Gesellschaft spielt.“ Vor allem aber hat sich durch den Standort der Landesschau auch das südliche Waldviertel etabliert. „Dieses Konzept ist sehr gut aufgegangen. Die Waldviertel-Stationen und die Regionalpartner haben tolle Rückmeldungen bekommen“, so Farasin.

Jubelstimmung herrscht auch bei Yspertals VP-Bürgermeister Karl Moser: „Sensationell. Die Investitionen in die Ysper- klamm haben sich gelohnt.“ Durch die Maßnahmen im Freizeitbereich habe sich Yspertal zum „El Dorado“ der Rad- und Wanderwege etabliert. „Die Wege sind in sehr gutem Zustand, die Beschilderung und das Informationsangebot funktionieren perfekt“, betont er. Für die Yspertaler und die Klamm bedeuteten die letzten Monate eine enorme wirtschaftliche Belebung.

Besucherzahlen im Schloss Artstetten fast unverändert

Weniger begeistert vom Publikumszulauf zeigt sich Maria Taferls VP-Bürgermeister Heinrich Strondl: „Wir haben leider nur ein kleines Stück vom Kuchen abbekommen. Profitieren konnten andere weit mehr.“ Denn trotz Status als Waldviertel-Station haben sich die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr verringert. „Die Landesausstellung hat uns eher Besucher genommen als gebracht“, meint er. Die Schatzkammer verzeichnete lediglich 56 Besucher. „Manche Gastronomen haben schon etwas gespürt. Andere dafür gar nicht“, berichtet Strondl.

Die Besucherzahlen im Schloss Artstetten sind im Vergleich fast unverändert. „Man war eben priorisiert auf Pöggstall“, sagt VP-Ortschef Karl Höfer. Ein Manko war auch die immer wieder gesperrte Autobahnabfahrt in Pöchlarn. „Die meisten sind über Ybbs oder Melk gefahren. Durch Zufall kam niemand zu uns.“ Dennoch ist Höfer positiv eingestellt: „Man hat es zwar heuer nicht so stark gespürt, aber ich bin mir sicher, dass es einen nachhaltigen Effekt für uns bringt.“ Nur durch die Landesschau konnte die Infrastruktur im Ort gestärkt und die Neugestaltung des Schlossparks ermöglicht werden.

Schon 2023 könnte die NÖ Landesausstellung übrigens ein Comeback im Bezirk feiern. Bei der Bewerbung vom Stift Göttweig beteiligt sich nämlich auch der Dunkelsteinerwald.