Laa an der Thaya

Erstellt am 10. Januar 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Halbstunden-Takt bis nach Laa. Kreuzungsbahnhöfe sollen die Fahrtzeit bis in die Thermenstadt massiv verkürzen.

Ausbauprogramm für den öffentlichen Verkehr: An der Laaer Ostbahn sollen Kreuzungsbahnhöfe (endlich) errichtet werden: Karl Mechtler von der LPI, Landesrat Karl Wilfing, VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll.  |  mpf

Geredet wird schon lange darüber. Jetzt sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden: Denn die Trasse der Bahnverbindung Wien-Laa ist rappelvoll. Weitere Züge, vor allem in der Stoßzeit, können gar nicht mehr eingeschoben werden. Mit dem Endeffekt, dass einerseits auf der eingleisigen Strecke einmal aufgetretene Verspätungen nicht mehr aufgeholt werden können und andererseits eine Taktverdichtung nicht mehr möglich ist.

"Kreuzungsbahnhöfe geschaffen"

„Mehr als 20 bis 24 Züge in der Stunde bringt man da nicht durch. Gelöst werden soll dieses Problem, indem Kreuzungsbahnhöfe geschaffen werden, in denen Züge aneinander vorbeifahren können. Dazu müssen entsprechende Gleise im Bahnhofsbereich verlegt werden.“ Wo? Darüber will sich Karl Wilfing, als Landesrat für den öffentlichen Verkehr, nicht festlegen. Erste Studien nennen Neubau und Frättingsdorf, aber fix sei noch nix, sagt der Landesrat. Warum soll das Projekt dieses Mal umgesetzt werden?

„Weil es explizit im Investitionsplan mit der ÖBB vorgesehen ist“, sagt Wilfing auf NÖN-Anfrage: „Jetzt müssen wir darauf schauen, dass es von der ÖBB bald angegangen wird und nicht erst 2025.“ Denn bis dahin läuft das zwischen Land NÖ und ÖBB vereinbarte Investitionsprogramm. Geplante Investitionssumme: 100 Mio. Euro.

Nächstes Problem: Wien hat zwei Stammstrecken in Nord-Süd-Richtung, durch die alle Verbindungen durchgeschleust werden. Auch die sind voll, an einer dritten Stammstrecke wird bereits geplant. Denkbar sei eine gemeinsame Nutzung einer Donauquerung im Bereich Lobau mit dem Lobautunnel.

„Jetzt müssen wir darauf schauen, dass es von der ÖBB bald angegangen wird und nicht erst 2025!“Karl Wilfing, ÖVP, Landesrat für öffentlichen Verkehr

Was soll der Ausbau für den Bezirk bringen? Halbstundentakt in den Hauptzeiten bis Laa, sonst der Stundentakt und der Halbstunden-S-Bahn-Takt ab Mistelbach.

„Wir hatten bei der Nordautobahn A 5 großen Erfolg, weil wir die Zivilgesellschaft eingebunden haben und Druck auf die Autobahnbauer aufgebaut haben. Das wollen wir jetzt beim Bahnausbau auch“, kündigt Wilfing an, der unter anderem in der Ladendorfer Pendlerinitiative LPI einen Partner im Kampf für den raschen Bau der Kreuzungsbahnhöfe sieht.

„Wichtig, dass endlich etwas passiert“, bestätigt deren Obmann Karl Mechtler. Dass sich die Investitionen in die Laaer Ostbahn auszahlen, zeigen auch die aktuellen Fahrgastzahlen: Die sind in den vergangenen zwei Jahren, seit der verbesserten Taktung, um über zehn Prozent gestiegen – mehr als der landesweite Durchschnitt.

Busverbindungen werden neu ausgeschrieben

Investiert wird in den kommenden Jahren auch in Bahnhöfe und in Park & Ride-Anlagen, sowie in den Highspeed-Ausbau der Nordbahn Richtung Bernhardsthal, die NÖN berichtete bereits darüber.

Neu ausgeschrieben werden 2018 auch die Busverbindungen im östlichen Weinviertel: Den Zuschlag wird für jede Buslinie der jeweilige Bestbieter erhalten, Parallelkurse sollen abgebaut und die Taktung verbessert werden: „Uns ist klar, dass jede Änderung eine Herausforderung ist“, sagt VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll. Im Vorfeld werde es intensive Gespräche mit den Gemeinden, den Schulen und den Pendlern geben.