Erstellt am 10. Januar 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Landtagswahl 2018: Bildung, Heimat und Schulden. Fünf Parteien treten bei der Landtagswahl an, zwei Kandidaten haben direkte Mandats-Chancen.

Manfred Schulz (ÖVO), Christian Nikodym (SPÖ), Michael Bernard (FPÖ), Christian Schrefel (Grüne) und Daniela Gschwindl (NEOS)  |  Dusek

Fünf Spitzenkandidaten treten bei der Landtagswahl im Bezirk an, Chancen auf einen Einzug in den Landtag haben aber nur zwei: ÖVP-Mann Manfred Schulz und der Zweitgereihte auf der schwarzen Liste, Kurt Hackl.

Einen Spitzenkandidaten gibt es bei der ÖVP nur, weil einer an erster Stelle der Liste stehen muss, die Reihung ergab sich aus den Vorzugsstimmen bei der Wahl 2013: De facto kandidieren die Schwarzen mit einer Doppelspitze. In den Landtag kommt, wer die meisten Vorzugsstimmen holt - sollte eines der beiden Direktmandate verloren gehen.

Wofür stehen der Bauernbündler Manfred Schulz und der Wirtschaftsbündler Kurt Hackl? Betriebsansiedlungen entlang der Autobahn, Ausbau der Bildung durch Verbundlichung der Mistelbacher HTL und der Installation einer Fachhochschule in Mistelbach, Ausbau erneuerbarer Energie und die weitere Förderung der FFs als oft letzten Garant eines funktionierenden Dorflebens.

Wichtig ist den beiden, genauso wie Landeslistenkandidaten Karl Wilfing, dass fair wahlgekämpft wird: „Nur wer vor der Wahl anständig bleibt, kann nach der Wahl anständig zusammenarbeiten!“ Im Zuge des Wahlkampfes würde jeder der 34.000 Haushalte im Bezirk besucht: „Wer kein Sackerl von uns bekommt, soll uns anrufen. Wir bringen es persönlich vorbei“, sagt Kurt Hackl.

Christian Nikodym: "Bin immer im Wahlkampf"

Ein Vollblut-Lokalpolitiker ist SPÖ-Spitzenkandidat Christian Nikodym: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich Politik intensiv lebe. Für mich gibt es keinen Wahlkampf, da ich immer im Wahlkampf bin und Politik gemeinsam mit meinem Beruf als Buchhalter meine Leidenschaft ist.“

Chancen auf ein Mandat hat er bei dieser Wahl keine: „Aber ich gebe mein Bestes. Und wenn es jetzt nicht gelingen sollte, dann vielleicht in fünf Jahren.“ Sein Hauptwahlziel ist ein starkes Ergebnis für den Bezirk zu erringen, regionale Wahlziele wären der Start der Planungen für die Umfahrung Wulzeshofen und die Erhaltung der Spange Groß Schweinbarth. Überregional soll die ärztliche Versorgung am Land gesichert und geschlossene Polizeiinspektionen wieder geöffnet werden.

FPÖ: Seit zwei Jahren im Wahlkampfmodus

„Wir sind seit mittlerweile zwei Jahren im Wahlkampfmodus“, sagt der blaue Spitzenkandidat und Bezirkssprecher Michael Bernard. Er strotzt nach den erfolgreichen beiden Wahlkämpfen vor Selbstbewusstsein: „Wir sind die neue Kraft für unsere Heimat und wir achten auf unser Land.“ Ziel sei es, die schwarze Mehrheit im Land zu brechen. Konkrete regionale Wahlziele? „Wir Freiheitlichen haben uns als sogenannte Stammtischpartei einen Namen gemacht. Wir werden weiter ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger haben, uns der Probleme annehmen und diese so gut wie möglich lösen“, sagt Bernard.

Die Grünen sind nach der Nationalratswahl und den vergangenen Landtagswahlen im Bezirk nicht gerade erfolgsverwöhnt, dass der Abwärtstrend anhält, damit rechnet Bezirkssprecher Christian Schrefel nicht: „Viele Grünwähler, die bei der Nationalratswahl Schwarz-Blau verhindern wollten, haben Kern statt Grün gewählt“, ist er überzeugt: „Sie werden die Grüne Bewegung wieder stärken und auch wählen“. Zumal die grün-alternative Liste Pilz nicht kandidiert.

Dezidiertes Ziel der Grünen ist es, die Absolute der ÖVP zu verhindern. Lokal wollen die Grünen eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs: Das 365-Euro-Netzticket in ganz NÖ, bessere Takte und fahrplanabgestimmte Zubringerbusse in jedem Dorf und auch am Wochenende sowie den Erhalt und die Modernisierung der Regionalbahn Obersdorf-Bad Pirawarth-Gänserndorf.

Gschwindl: "Einzug wäre gewaltiges Zeichen für Wahlfreiheit"

Für NEOS-Spitzenkandidatin Daniela Gschwindl ist eines der Hauptthemen „der enorme Schuldenrucksack, den die ÖVP gemeinsam mit der SPÖ und den übrigen Parteien den Menschen in unserem Bundesland umgehängt hat“, sagt Gschwindl: „Wenn am 1. Jänner das Neujahrsbaby auf die Welt kommt, hat es schon einmal 8.000 Euro Schulden. Mehr Last müssen nur die Bürger im krisengeschüttelten Kärnten tragen.“ NEOS fordern daher eine Schuldenbremse in der Landesverfassung und mehr Transparenz bei den Förderungen. Das Geld würden NEOS stattdessen in jene drei Bereiche investieren, die den Menschen das Leben leichter machen: „Also in Bildung, Pflege und eine verbesserte Infrastruktur“, so Gschwindl.

Die Prognosen? Zurückhaltend: „Ich gebe nicht gerne Prognosen ab“, sagt Daniela Gschwindl von den NEOS: „Aber in den Landtag einzuziehen wäre ein gewaltiges Zeichen für die Wahlfreiheit in NÖ. Ich bin optimistisch.“ SPÖ-Spitzenkandidat Christian Nikodym will ebenfalls nicht konkret werden: „Unser Wunsch ist natürlich, dass die Absolute der ÖVP fällt und wir dazugewinnen.“