Ladendorf

Erstellt am 11. Januar 2018, 05:00

von Elisabeth Vyvadil

Hohe Sickerverluste: Suche nach Schwund geht weiter. Gemeinde geht weiterhin Wasserverlusten nach, Opposition sieht nach wie vor zu hohe Kosten.

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Die enormen Sickerverluste beim Trinkwasser geben Bürgermeister Thomas Ludwig (ÖVP) zu denken: „Ja, wir haben mehr Verluste. Ca. 22 Prozent zu viel, das suchen wir.“ Das Problem bestehe seit Jahren, das wüssten auch die älteren Gemeinderäte, da fände man die Ursache nicht so schnell. Der Wasserverlust sei schleichend, es sei schwierig zu erkennen, wo dieser passiert.

Drei Stellen mit Leitungsschäden gefunden

„Selbstverständlich machen wir uns auf die Suche, wir tun laufend was“, so Ludwig zu Ursachenerhebung und entsprechenden Maßnahmen. Die Gemeinde stehe laufend in Kontakt mit einem Privatunternehmen, um herauszufinden wo sich undichte Stellen befinden würden, sowie um die Suche eingrenzen zu können, und arbeite auch mit der EVN zusammen. Mittlerweile hätte man schon drei Stellen mit Leitungsschäden, nämlich in Neubau, gefunden. So wurde vor Weihnachten unter anderem noch ein größeres Leck am Jubiläumssteig behoben.

1,6 Millionen Euro für Netzsanierung

Das Problem sei, dass es sich um sehr alte Wasserleitungen handle, diese müsse man auch im Zuge der B 40-Neugestaltung erneuern. Insgesamt werden in die Netzsanierung 1,6 Millionen Euro gesteckt. „Das muss jeder verstehen, dass sich das im Budget niederschlagen muss“, so Ludwig.

Rücklagen gebe es keine, der Wasserpreis sei immer sehr knapp kalkuliert worden. In der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wollte und möchte man nur das einheben, was notwendig ist. Der Gebührenhaushalt müsse kostendeckend sein, dies sei eine Vorgabe des Landes, deswegen auch die Gebührenerhöhung. „Die ist moderat“, sagt Ludwig, es sei ein Betrag, der lang und breit durchgerechnet wurde. In anderen Gemeinden sei das genauso, in Ladendorf versuche die Opposition, damit politisches Kleingeld zu machen.

Ständig und überall gebe es Probleme mit Wasserleitungen.

„38 Prozent Verlust in drei Jahren, da bin ich bei Ihnen, das ist auch zu hoch,“ sagt Ludwig zu dem Hinweis der Bürgerliste MUT in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass es von 2014 bis 2016 eine Steigerung beim Wasserverlust gab. Diese berichtete damals, dass auch 2017 im Wasserversorgungsnetz der Gemeinde die Hälfte an eingekauftem Wasser verschwand.

Gemeinderat Herwig Ruf (MUT): „Dass man politisches Kleingeld machen will, kann man dem anderen immer vorwerfen“. Es sei klar, dass eine Erhöhung notwendig sei, um kostendeckend zu sein. Man müsse sich allerdings die Frage stellen: „Warum sind wir nicht kostendeckend?“ Es sei bekannt, dass es überall Wassergebührenerhöhungen gebe, in Ladendorf gab es aber in der Vergangenheit bereits ein paar Anhebungen von recht hohem Niveau.

Ruf: "Kein Geld auf die Seite gelegt"

Vergleiche man mit anderen Gemeinden, sei dort eine derart hohe Gebührenanhebung nicht üblich. Man sehe, dass in der Vergangenheit zu wenig getan wurde, wenn das Ergebnis so aussieht. Aufgrund mangelnder budgetierter Vorsorge sei auch eine Kreditbelastung vorhanden. „Es ist kein Geld auf die Seite gelegt worden, um Sanierungen durchführen zu können“, so Ruf.

Manfred Gail (FLL), seit 28 Jahren Gemeinderat, weiß, dass man bereits seit Jahren auf die Sanierungsbedürftigkeit der Wasserleitungen aufmerksam macht. „Genau unter die Lupe nehmen“ mache nach all den Jahren nicht mehr viel Sinn. Es wären auch Versäumnisse der vorigen Bürgermeister. „Es ist nicht vorausgedacht worden“, so Gail. Doppelte Kosten würden entstehen, am falschen Ort gespart werden. „Für alles andere ist Geld da, wieso da nicht auch für die Wasserleitungen?“