Mistelbach

Erstellt am 12. Januar 2018, 04:00

von Michaela Höberth

MRT-Standort: Bürger sammelten 6.000 Unterschriften. 6.000 Bürger setzen sich mit ihrer Unterschrift für einen weiteren kassengeförderten MRT-Standort ein.

6.000 Unterschriften haben Silke Nowatschek, Elfriede Linhart und Alfred Weidlich zusammengetragen.  |  Archiv

„Das hätten wir niemals gedacht!“, ist die Freude beim ehemaligen VP-Bürgermeister der Stadt, Alfred Weidlich, groß.

Mitte 2017 starteten die beiden Mistelbacher Radiologinnen Elfriede Linhart und Silke Nowatschek eine Unterschriftenaktion: Sie forderten, dass ihre Praxis in den sogenannten Großgeräteplan aufgenommen wird (die NÖN berichtete). Dieser legt die medizinisch-technischen Geräte fest, die der öffentlichen Versorgung dienen. Für das Weinviertel sind zwei Standorte - Gänserndorf und Stockerau - vorgesehen.

Nur diejenigen Patienten, die dort in Behandlung sind, erhalten von den Krankenkassen Geld zurück. Einzig die Krankenfürsorgeanstalt (KVA) unterstützt Betroffene auch bei privaten Untersuchungen.

Gespräch mit Landesrat ist nächstes Ziel

Für die Patienten der Privatpraxis von Linhart und Nowatschek bedeutet das, dass sie die vollen Kosten für die Behandlung zu tragen haben. „Wären wir aber im Großgeräteplan, würde auch unseren Patienten Geld zurückerstattet“, wissen die Ärztinnen.

Schützenhilfe erhielten die Radiologinnen von Weidlich: Er wandte sich in vielen Schreiben an die Landesverantwortlichen und versuchte, dem Anliegen Gehör zu verschaffen. „Die Anfahrtswege zu den Untersuchungseinrichtungen und die Wartezeiten sind lange“, argumentierte er. Vor allem die Tatsache, dass die NÖGKK Untersuchungen, die in Privatordinationen in Wien durchgeführt werden, sehr wohl fördert, stößt ihm sauer auf. „Das ist wirtschaftlich gesehen Unsinn und ein Affront gegenüber den heimischen Ärzten“, findet er.

"Zehn Prozent der Wahlberechtigten in Mistelbach"

Bis zu einem Gespräch mit den Spitzen der NÖGKK haben es die Initiatoren bereits geschafft, nun hat man das entscheidende Ass im Ärmel: Über 6.000 Bürger haben bis Weihnachten für das Anliegen unterschrieben, „das sind zehn Prozent der Wahlberechtigten in Mistelbach!“, so Weidlich. Der nächste Schritt: Es soll einen Termin mit dem zuständigen VP-Landesrat Ludwig Schleritzko geben. „Wir wollen ihm die Unterschriften überreichen, haben aber seit November keine Antwort erhalten“, so Weidlich. Für ihn ist aber klar: „Wir lassen in der Sache nicht locker!“