Ladendorf

Erstellt am 15. November 2017, 05:00

von Elisabeth Vyvadil

Landwirtschaft zum Erleben: Landspeis will ausbauen. Biolandwirt Holzer will seine Marke zu gläserner Produktion ausbauen.

„Landspeis“-Besichtigung in Neubau: Bürgermeister Thomas Ludwig, Landesrat Ludwig Schleritzko, Vizebürgermeister Erich Zeiler, Philip Holzer und Sandra Holzer.  |  Elisabeth Vyvadil

Zurzeit bietet der mit knapp 55 Hektar Anbaufläche eher kleine Betrieb fünfzehn Personen - saisonale Mitarbeiter nicht einberechnet - eine Arbeitsstelle; dies soll aber anders werden.

„Wir möchten Arbeitsplätze schaffen“, sagt Sandra Holzer, im Betrieb unter anderem für das Marketing zuständig. Weiteres angestrebtes Ziel ist es, Lebensmittel und deren Herstellung greifbar zu machen. Robert und Sandra Holzer haben vor, eine Halle zu bauen, um dort eine gläserne Produktion entstehen zu lassen. Man würde gerne Menschen busweise in die Region holen, und diesen die Möglichkeit geben, Landwirtschaft hautnah zu erleben.

„Wir sind für unsere Zukunft verantwortlich!“Sandra Holzer, Biobäuerin Neubau

Eine Idee hier wäre, dass Interessierte quasi selber Hand anlegen dürfen, so zum Beispiel „vom Pflanzen bis zum Ernten“. Step by step also, wie es der Betrieb auch selber für sich angehen mag. Man befände sich bereits in der Testphase, bevor man richtig durchstartet, möchte man alle Schritte des Projekts durchtesten und optimieren.

Vor ungefähr neun Jahren hätte man die Landwirtschaft der Eltern Robert Holzers übernommen, die vorhandenen Betriebs-Strukturen des landwirtschaftlichen Betriebs konnte man so nicht lassen. Fünf Jahre dauert der Infrastruktur-Prozess nun schon, ein modernerer Standort sei zudem nötig.

Sechs Standorte

Eine Erweiterung in eine wirtschaftlich tragbare Struktur ist vorgesehen, man möchte alles auf eine andere, moderne Ebene bringen. Vom Ackerbaubetrieb soll es sukzessive Richtung Gemüseanbau gehen, man möchte in die Produkte investieren. Verschiedene Sorten von Kartoffeln, aber auch Rote Rüben, Lauch, Kürbis, Zwiebel, Linsen, Reis und viele mehr stünden jetzt auf dem Produktionsplan. Hier will man einen Schritt Richtung Anbau anderer Kulturen anstreben.

Viele Einfälle würden unter anderem durch Synergien mit Betrieben aus Deutschland und der Schweiz entstehen. Leider entstünden durch Ideen natürlich auch Kopierer ihres Landspeis-Konzepts; so gab es schon zahlreiche Imitationen im Bezirk. Dieses bewährte Konzept - mittlerweile gibt es sechs Landspeis-Standorte, hier möchte man auch Richtung Wien und Burgenland unterwegs sein - wurde allerdings von den Holzers als Marke geschützt. „Praktisch aber stylish“, so bezeichnen diese ihren Stil.

"Schwäche der Landwirte liegt in Vermarktung"

Bewusstsein schaffen, Nachhaltigkeit fördern und Regionalität stärken sind Anliegen, die der Familie am Herzen liegen. Man möchte, dass sich der Kreislauf schließt, so Holzer weiter: „Wir sind für unsere Zukunft verantwortlich“. Wichtig sei es ihnen auch, Landwirte, die ihr Sortiment bedienen, abzusichern. „Die Schwäche der Landwirte liegt in der Vermarktung“, sagt Sandra Holzer. Hier möchte man ebendiesen unter die Arme greifen.

Im Zuge der „Regionaltage“, an denen verschiedene Landesräte, sich täglich abwechselnd und mit verschiedenen Programmen in den Regionen des Landes unterwegs sind, um Menschen zu besuchen, stattete Landesrat Ludwig Schleritzko unter anderem auch dem Familienbetrieb Holzer in Neubau einen Besuch ab, um sich den Betrieb, das Konzept und die Ideen dieser vor Ort genauer anzusehen.

Die Idee der Landspeiscontainer wurde bereits auf mehrere Standorte ausgedehnt und wird von dem einen oder anderen Anbieter bereits kopiert.  |  mpf