Erstellt am 09. Januar 2018, 09:14

von Werner Kraus

Wo die A5 geboren wurde. Bei einer Sitzung im Gasthaus Karner wurde der Einsatz für eine Weinviertel-Autobahn erstmals als Ziel formuliert. Wilfing dankte jetzt Wirt und Wegbegleitern.

„Das Gasthaus Karner war am 28. Mai 1998 der Geburtsort der Weinviertel Autobahn Idee“, betonte Landesrat Karl Wilfing bei einer Feier mit den damaligen politisch Verantwortlichen des Teilbezirks Poysdorf.

„Wir hatten eine Landtagswahl geschlagen, bei der ich in Schrattenberg die meisten Vorzugsstimmen im Verhältnis zu den Einwohnern bekam. Um Danke zu sagen, fand die ÖVP-Teilbezirkssitzung im Gasthaus Karner statt und hier stellte ich an die Gemeindemandatare die Frage, was das wichtigste Zukunftsprojekt für unsere Region sei. Wie aus einem Munde hieß es: Eine Autobahn!“, erzählte Karl Wilfing, der damals als Bundesrat am Beginn seiner politischen Laufbahn stand.

Viele Andere wie SPÖ-Nationalrat Werner Kummerer, die Grünen, Mistelbachs Bürgermeister Christian Resch oder auch die ÖVP-Bezirksparteimitglieder aus dem Süden des Bezirkes waren damals noch dagegen. „Wir machten im Stadl in Erdberg eine Diskussion über die Autobahn, die ausgezeichnet besucht war und wo auch bei einer schriftlichen Abstimmung 99 Prozent Zustimmung herauskamen.“ Im September machte Karl Wilfing dann mit Unterstützung von NÖN und Kurier auf das Autobahnthema aufmerksam.

„Zwanzig Jahre danach haben wir es bis Poysbrunn geschafft und auch die Umfahrung Drasenhofen ist voll auf Schiene."Karl Wilfing

Landeshauptmann Erwin Pröll, der immer ein Gefühl für Bedürfnisse der Menschen hatte, unterstützte Wilfing in der Arbeit und stellte Raumplaner Helmut Oismüller für eine Trassenplanung zur Verfügung. Wichtiger Partner Wilfings war aber SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Mitstreiter in der Euregio Hannes Bauer. Auch er war in Erdberg mit dabei und erkannte rasch, dass hier großer Bedarf besteht.

Im Februar 1999 in Großengersdorf wurden so die Nachbarländer im Rahmen der Euregio in das Projekt eingebunden. Im Herbst darauf erfolgte die Aufnahme in das Bundesstraßengesetz. „Zwanzig Jahre danach haben wir es bis Poysbrunn geschafft und auch die Umfahrung Drasenhofen ist voll auf Schiene, um bis Herbst 2019 verwirklicht zu werden“ freute sich Karl Wilfing und dankte allen Mitstreitern, die 1998 an diese zukunftsweisende Idee geglaubt haben.

Wirt Josef Karner wurde in Erinnerung an den 28. Mai 1998 eine Urkunde für das Gasthaus überreicht, auf der dokumentiert ist, dass hier im Gasthaus Karner die Geburtsstunde der Weinviertel Autobahn geschlagen hatte.

Gewürdigt wurde auch Alt-Landtagsabgeordneter und Alt-Wirtschaftskammerobmann Georg Hoffinger sen.. Der frühere Politiker hatte bereits 1995 die Autobahn gefordert. Die Rückmeldungen auf seinen Vorstoß waren damals aber nicht positiv. „Die Zeit war noch nicht reif dafür“, weiß Wilfing. Auch verständlich, denn vor dem Jahr 2000 fuhren keine 500 Lkw täglich durch Poysdorf. Mit der EU Erweiterung 2004 kam der große Anstieg bis zur Höchstmarke von 4.107 Lkw täglich im August 2017.