Guntramsdorf

Erstellt am 14. Januar 2018, 05:41

von Andrea Rogy

Zoff wegen Badner Bahn in der Feldgasse. Anrainer fürchten, durch geplante Taktverkürzung auf siebeneinhalb Minuten ungehinderte Zufahrt zu Häusern zu verlieren.

Badner Bahn  |  NOEN, WLB/Zinner

Die bis 2025 geplante Taktverkürzung der Badner Bahn auf eine Frequenz von siebeneinhalb Minuten zwischen Wiener Neudorf und Baden stößt nicht überall auf Freude. Die Anrainer der Feldgasse befürchten durch das häufigere Befahren der Strecke weitere Schäden an der Bausubstanz ihrer Häuser. Auch die Zufahrt zu den Grundstücken würde erschwert werden.

Anrainerin Heide Keller führt aus: „Eine Taktverkürzung würde bedeuten, dass sich alle 3,14 Minuten ein Zug in der Feldgasse befindet. Wie soll hier eine ungehinderte Zufahrt zu den 28 Tor- und Hauseinfahrten sowie zu den acht Autoabstellplätzen innerhalb von 300 Metern möglich sein?“ Eben jene ungehinderte Zufahrt stehe jedoch in den historischen Betriebsgenehmigungen als Bedingung für Bau und Betrieb der Bahn. „Auch das Offenhalten, die Sicherheit und Regelmäßigkeit des allgemeinen Straßenverkehrs auf den Bezirksstraßen und Gemeindewegen darf demnach keine Einbuße erleiden“, argumentiert Keller.

Keine gültige Konzession?

Mitte Februar startet ein Verfahren vor dem Landesverwaltungsgericht in St. Pölten, bei dem Keller die Qualifizierung der Wiener Lokalbahn-Strecke in der Feldgasse als Nebenbahn anficht. Aus Kellers Sicht gibt es dafür keine gültige Konzession. Die Qualifizierung des kurzen Teilstückes als Nebenbahn und nicht als Straßenbahn habe für die WLB weitreichende Konsequenzen: sie sichere die Berechtigung zum europaweiten Transport von Güterwaggons.

Die streitbare Anrainerin hat ihre Bedenken in einem Schreiben an die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden dargelegt.

Ortschef Robert Weber, SPÖ, sieht keinen Handlungsbedarf: „Ich lasse nicht zu, dass die öffentliche Hand in das Verfahren hineingezogen wird.“ Grundsätzlich sei Weber für jeden Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Ort. Probleme sieht er „eher bei den Kreuzungen der Badner Bahn Trasse mit der Triester Straße“.