Mödling

Erstellt am 07. Februar 2018, 04:32

von Brigitte Steinbock

Hat Mann schuld an Sturz von der Leiter?. Ein Mödlinger soll für die Verletzung eines Arbeiters verantwortlich sein. Er habe zu heftig auf den Baulärm reagiert.

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Weil der Baulärm im Zuge von Fassadenarbeiten die kleine Tochter aufgeweckt hatte, geriet ein Vater in Rage. Nach einem Streitgespräch soll er laut Staatsanwaltschaft an der Leiter des Vorarbeiters gezogen oder gerüttelt haben, woraufhin der herunterfiel und sich schwere Verletzungen zuzog.

Jetzt stand der Vater vor Gericht. Er gab zu, gegen 13 Uhr über den Lärm sehr aufgebracht gewesen zu sein. „Das Kind war endlich eingeschlafen; nachdem es durch den Lärm geweckt wurde, war es nicht mehr zu beruhigen. Ich wollte mit der Genossenschaft reden, da war aber niemand erreichbar. Also habe ich die Arbeiter um die Telefonnummer des Chefs gefragt, die sagten, er ist in Urlaub.

"Leiter stand nicht sicher"

Der Mann auf der Leiter drehte sich im Gespräch immer wieder zu mir um, die Leiter schwankte und plötzlich fiel er. Die Kommunikation war sicher sehr laut, aber ich habe die Leiter nicht angefasst. Sie stand auch nicht sicher, weil der Boden uneben war. Als der Mann am Boden lag, war es kurz ruhig und dann sagte der Sohn des Verletzten, ich sei schuld: ,Du hast ihn runter geschmissen’. Ich habe die Rettung gerufen und dann die kaputte Leiter fotografiert.“

Das Opfer (57) erlitt Brüche, Prellungen, Hautabschürfungen und Schädelverletzungen. Es sagte vor Gericht aus, dass der Angeklagte „aufgeregt aus dem Haus kam, dann wollte er lautstark die Nummer vom Chef. Ich habe mich wieder zur Wand gedreht und weiter gearbeitet, nachdem ich ihm sagte, dass der Chef in Urlaub ist. Er machte einen Schritt nach vorne und schon fiel ich runter. Die Leiter stand sicher, ich bin seit 43 Jahren im Geschäft und als Vorarbeiter auch für die Sicherheit zuständig.“

Auch der Sohn bestätigte das laute Gespräch und gab an, der Angeklagte habe mit „einem Zug der rechten Hand“ die Leiter bewegt. Der zweite Zeuge konnte nicht einvernommen werden, weil der Dolmetsch fehlte. Deshalb wurde auf 9. März vertagt.