Mödling

Erstellt am 12. Januar 2018, 05:45

von Christoph Dworak

Unternehmer will „dynamisch bleiben“. Thomas Ebster hat dem „Höhle der Löwen“-Investor das Startkapital zurückgezahlt und sucht einen neuen Schauraum.

Dworak  |  NOEN

In der VOX-Gründershow „Höhle der Löwen“ haben die gebürtigen Arlberger Thomas Ebster und Florian Matt mit ihrem Ski-Tragegurt „Skolder“ Deutschlands Top-Unternehmer Jochen Schweizer (Erlebnis-Gutscheine, Pionier unter Extremsportlern und Wegbereiter des Bungeespringens, Stuntman, ...) als Investor gewinnen können. Er übernahm damals 33 Prozent der Firma iFLOW und blätterte 360.000 Euro hin. Das war 2015 – die NÖN berichteten.

Der Skolder nahm allerdings nur eine Nebenrolle ein, vielmehr interessierte Schweizer die hochwertige Bekleidung aus dem Hause iFLOW, vor allem die Daunenjacken und Funktionswäsche, die großteils in eigener Produktionsstätte in Deutschland gefertigt wird. Das Geschäft läuft hervorragend, viele Top-Sportler, die Ex-Radprofi Ebster aus seiner Südstadtzeit kennt, sind als Testimonials unterwegs. Jüngster Coup: iFLOW-Produkte sind österreichweit und auch in Deutschland in „SportsDirect“ und EYBL-MegaStores zu kaufen.

Zusammenarbeit ist Geschichte

Die Zusammenarbeit mit Schweizer ist allerdings Geschichte, berichtet Ebster: „Die Gespräche mit Jochens Finanz- und Merchandising-Experten sind aus meiner Sicht in die falsche Richtung verlaufen. Ich hätte für jede Adaptierung der Jacken eine Diplomarbeit schreiben müssen.“ Das sei dem Credo – „Nicht statisch werden, dynamisch bleiben“ – zuwidergelaufen, merkte Ebster im NÖN-Gespräch an.

Ergo habe er Schweizer das Geld – „zu Beginn ein wichtiger Polster für uns“ – zurückgezahlt. Ohne Streit, „wir haben nach wie vor ein Super-Verhältnis“, betont Ebster. Schweizer selbst hat die Kerngesellschaft „Jochen Schweizer GmbH“ im Vorjahr „ProSiebenSat.1 Media“ verkauft, die als „Mydays“ unter dem Dach einer gemeinsamen Holding zusammengeführt wurde. Für diese Marke, an der Schweizer beteiligt ist, liefert
iFLOW nach wie vor Produkte.

Das neue Jahr steht für Ebster auch im Zeichen eines örtlichen Umbruchs. Der Brunner ist auf der Suche nach einem neuen Schauraum; den bestehenden in der Fabriksgasse gibt er auf, vorzugsweise „möchte ich auf jedem Fall in Mödling bleiben. Ich fühle mich sehr wohl hier“.