St. Christophen

Erstellt am 11. Januar 2018, 05:53

von Christine Hell

Mit Hilfsgütern nach Moldawien unterwegs. Christian Bauer aus Gamesreith lieferte mit seinem Truck gespendete Decken, Matratzen, Rollstühle und Krankenbetten ins Krankenhaus nach Chisinau in Moldawien.

Freudig wurden die Hilfsgüter in Empfang genommen.  |  NOEN

„Beim Zoll an der Grenze zwischen Rumänien und Moldawien hatte ich unglaubliches Glück“, berichtet Christian Bauer. Das Gewicht des Lkw stimmte mit den Zollpapieren nicht überein, dies ergab ein Riesenproblem, zumal der Zollwachebeamte der englischen Sprache nicht mächtig war und Christian Bauer kaum moldawisch spricht. „Genau da hatte ich ein wunderbares Erlebnis.“ Denn in dieser brenzligen Situation kam ein moldawischer Fernfahrer in die Zollstation.

„Von Weitem warf er einen Blick auf die Dokumente. Er lachte, denn er kannte die oberösterreichische Hilfsorganisation, für die ich unterwegs war und er begann sofort, mit dem Zollbeamten zu verhandeln“, erzählt Bauer. Nach einer Viertelstunde war alles geebnet, die Zollpapiere wurden vom „korrekten, jedoch hilfsbereiten und willigen“ Zollbeamten neu erstellt und nach einer halben Stunde durfte Christian Bauer weiter nach Chisinau, wo die gesammelten Hilfsgüter im Krankenhaus schon sehnlichst erwartet wurden. „Es gibt Momente im Leben, die sind keine Zufälle, die sind einfach so“, resümiert der Gamesreither.

Kluft zwischen sehr reich und bettelarm

Bauer startete mit seinem Hilfstransport am ersten Weihnachtsfeiertag. Dichter Nebel erwartete ihn in Ungarn, strahlender Sonnenschein in Rumänien. „Die Fahrt über die hohen Karpaten bei Sonnenuntergang war sehr beeindruckend“, so der Karosseriebauer. Die Freude über Decken, Matratzen, Krankenbetten und Rollstühle sei unbeschreiblich gewesen, freut sich der hilfsbereite Mann, der vom Zustand des Spitalgebäudes entsetzt ist. Und auch von der Situation in Moldawien: „In Chisinau sind luxuriöse Fahrzeuge unterwegs, es gibt unglaublich tolle Supermärkte und moderne Spitäler. Wenige Superreiche haben hier alles, der Großteil der Menschen aber ist bettelarm, vor allem auf dem Land.“

Am Silvestertag erreichte Christian Bauer mit seinem Truck nach 52 Stunden Fahrt wieder die Heimat. „Die Tour verlief ohne Zwischenfälle“.