Erstellt am 10. Januar 2018, 18:49

von Renate Hinterndorfer

„Ungleiches Paar“ als wahre "Pointen-Salve“. Die Komödie „Ein ungleiches Paar“ läuft erfolgreich in der Theaterei in St. Christophen. Regisseur Erich Furrer über seine erste Arbeit mit dem Team und das Stück.

Erich Furrer ist der neue Regisseur der St. Christophener Theatergruppe.  |  NOEN, privat

NÖN: Sie sind Regisseur bei der Komödie, die in der Theaterei gespielt wird. Wie sind Sie in Kontakt mit den St. Christophener Schauspielern gekommen?
Erich Furrer: Christa Berger und die Theaterei habe ich durch einen gemeinsamen Bekannten kennen gelernt. Ich war sofort fasziniert von ihrer Power und Ausstrahlung, von ihrer künstlerischen Arbeit und Ambition, und auch vom Spiel-Ort, den sie ja geschaffen hat. Im Verlauf des Gesprächs habe ich erfahren, dass die Gruppe auf der Suche nach einem Regisseur ist und da hab ich ihr gesagt, dass ich an einer Zusammenarbeit sehr interessiert wäre. Wir haben uns alle getroffen und schon steht die erste Inszenierung da - so erholsam einfach ist das manchmal.

NÖN: Wie läuft die Arbeit mit der Gruppe?
Die Arbeit mit den Schauspielern läuft hervorragend. Jeder Einzelne wirft sich aus vollem Herzen und mit unbeugsamem Willen in die Arbeit, da könnte sich mancher „Profi“ eine Scheibe davon abschneiden!

Wieso ist die Wahl auf die Komödie „Ein ungleiches Paar“ gefallen?
Die Gruppe wollte gerne eine Komödie spielen. Christa Berger hat viele Stücke gelesen und eine Grundauswahl getroffen, die für die Besetzung in Frage kommen könnte. Diese Auswahl an Stücken haben wir dann alle gelesen und uns für Neil Simons Stück entschieden, weil es einfach das beste und lustigste war.

Was ist das Besondere an dem Stück? Was erwartet die Zuschauer?
Neil Simon ist ein Boulevard-Autor der Spitzenklasse. Seine Stücke sind unter anderem als legendäre Verfilmungen mit Jack Lemmon und Walter Mattau weltberühmt. Das Besondere an diesem Stück ist die Konstellation zweier Freundinnen, die durch witzige Umstände wie ein Ehepaar leben. Dabei gerät das Leben der beiden völlig aus den Fugen. Als dann noch zwei heiße Spanier auftauchen, ist das Chaos perfekt. Natürlich gibt es ein Happy-End und davor eine zweistündige Pointen-Salve. Die Lachmuskeln werden beansprucht.

"Dass ich jetzt wieder in meiner alten Heimat bin, ist ein großes Highlight"

Ab wann wurde geprobt und was war Ihnen bei der Arbeit besonders wichtig?
Zunächst einmal musste ich das Stück neu bearbeiten, denn es wurde eine Rolle herausgestrichen werden, was nicht so einfach war, weil das ganze Stück sehr gut ge- und verstrickt ist. Außerdem haben wir es ein wenig lokal verankert, da es ja im Original in New York spielt. Mit den Proben haben wir Mitte September begonnen. Wir haben etwa zwei Tage die Woche geprobt, in der Endphase dann öfters. Ein Theaterstück ist wie ein Haus - man braucht zuerst ein Fundament, dann den Rohbau und dann wird immer feiner daran gearbeitet - irgendwann wohnen Menschen darin, als wäre es schon immer so gewesen. In der Arbeit ist mir wichtig, dass es ein gutes Klima gibt. Ich bin ein Freund des Ausprobierens. Ich gebe zunächst meine Ideen vor, wenn weitere Ideen im Raum stehen, wird jede ausprobiert und das genommen, was der Erzählung der Geschichte am dienlichsten ist.

Sie sind Schauspieler, Comedian, Regisseur, Autor und Produzent. Was waren die Highlights in Ihrer Karriere? Und stehen Sie lieber auf oder hinter der Bühne?
Ich könnte gar nicht sagen, welches die Highlights waren. Ich habe zwei Musicals geschrieben und auch gespielt, Shakespeare-Stücke neu gedichtet und ebenfalls gespielt. Ich war als Comedian in der Schweiz erfolgreich, bin am berühmten Humor-Festival Arosa aufgetreten, im Schweizer Fernsehen ebenfalls und arbeite nun seit ein paar Jahren in Österreich, in meiner Geburtsstadt Wien. Dass ich jetzt wieder in meiner alten Heimat bin, ist ein großes Highlight. Da durfte ich den Comedy-Hit Cavewoman inszenieren, der in ganz Österreich gespielt wurde. Ich habe selber viele Vorstellungen im Theater Akzent gespielt, bei Adi Hirschal im Kultursommer Laxenburg, letzten Sommer an den Sommerfestspielen in Südtirol und vieles mehr. Mir macht sowohl die Arbeit hinter wie auch auf der Bühne großen Spass, am liebsten mache ich beides gleichzeitig.

Wird es wieder ein Projekt in St. Christophen geben?
Für St.Christophen haben wir ein paar Pläne, aber die darf und will ich noch nicht verraten.