Pitten

Erstellt am 09. Januar 2018, 05:00

von Tanja Barta

Raucher-Debatte: Lokale gehen ihren eigenen Weg. Die Entscheidung gegen das generelle Rauchverbot sorgt auch im Bezirk Neunkirchen für viele Diskussionen.

Andreas Unger hat für sein Restaurant in Pitten eine Entscheidung getroffen: Die Sonntage bleiben rauchfrei!  |  Tanja Barta

Rauchen. Es ist und bleibt wohl ein ewiges Streitthema. Erneut angeheizt wurde die Diskussion rund um den Glimmstängel mit dem Entschluss der neuen türkis-blauen Regierung, das geplante Rauchverbot, das im Mai dieses Jahres in Kraft treten sollte, nun doch nicht einzuführen.

Für viele Österreicher ein Schritt, der nicht nachvollziehbar ist. Andere wiederum freuen sich darüber, weiterhin die obligatorische Zigarette zum Kaffee genießen zu dürfen. Die NÖN Neunkirchen fragte nun selbst in Wirts- und Kaffeehäusern nach, was sie zu dieser immer wiederkehrenden Debatte sagen.

Restaurant Unger: Am Sonntag rauchfrei

Andreas Unger, Chef des Restaurant Unger in Pitten, hat eine ganz klare Meinung. Er verkündete auf seiner Facebook-Seite, dass ab 2018 sein Restaurant am Sonntag rauchfrei bleiben wird. „Bei uns war es so, dass die Nichtraucherbereiche am Wochenende immer sofort besetzt waren, der Raucherbereich aber nicht. Viele haben dann gemeint, wenn sie nur noch im Raucherbereich einen Platz bekommen, dann würden sie ein anderes Mal wieder kommen“, so Restaurant-Chef Andreas Unger.

Schon mehrmals haben er und sein Team bei großen Feiern auf einen rauchfreien Betrieb umgestellt. Problem damit hatte damit bis dato noch niemand. „Die Resonanz war bis jetzt eigentlich immer sehr positiv. Jeder sieht das ein“, so Unger weiter. Eine generell Zigaretten-freie Zone will er aus seinem Lokal aber nicht machen: „Jetzt warten wir einmal ab, wie sich das alles weiterentwickelt!“

Glimmstängel-Verbot in der „Grünen Wiese“

Gleich ein komplettes Glimmstängel-Verbot gibt es hingegen in der „Grünen Wiese“ bei Mariensee. Hier wird ebenfalls seit Jahresbeginn im Lokal nicht mehr zur Zigarette gegriffen. „Meine Frau hat gemeint, dass wir unseren Betrieb rauchfrei machen sollten, die Kinder haben zugestimmt und so ist es jetzt auch“, erzählt Wirt Hans Kronaus der NÖN am Telefon. Seitens der Gäste gibt es für diesen Schritt viele positive Rückmeldungen. „Sicher gibt es ein oder zwei Extremraucher, die gemeint haben, dass sie jetzt nicht mehr kommen. Aber der Großteil ist über diese Entscheidung ganz froh“, so Kronaus über die ersten Rückmeldungen seiner Kundschaft.

Für Wirtesprecher Hannes Beisteiner, der in Peisching selbst einen Betrieb führt, ist die derzeitige Lösung keine schlechte. Problem für ihn sei aber, dass die Raucherthematik nur am Rücken der Wirte ausgetragen werde: „Es wird immer nur in Lokalen eingeschränkt. Warum erhöht man nicht die Kosten der Zigaretten?“ Zudem stört Beisteiner, dass er und auch andere Gasthäuser nicht über ihr eigenes Hab und Gut entscheiden können: „Das Wirtshaus gehört mir, aber ich darf nicht entscheiden, ob es ein Raucher- oder Nichtraucherlokal sein darf!“ Er selbst wird seinen Betrieb komplett rauchfrei machen: „Dadurch, dass der Eingang direkt zum Schankbereich führt, geht es nicht anders. Ich dürfte nicht einmal Essen durchtragen.“

Kaffeehäuser wollen kein Rauchverbot

Glücklich über die Entscheidung, das Rauchverbot nicht durchzusetzen, ist man hingegen in den Kaffeehäusern des Bezirks. Erleichtert über die Nichteinführung ist beispielsweise Maria Matula, Besitzerin des „Sahnehäubchens“ in Neunkirchen: „Ich habe tief aufgeatmet, als ich hörte, dass es nicht durchgeführt wird!“ Ihr hätten schon einige Gäste im Vorhinein gesagt, dass sie dann ihren Kaffee samt Zigarette lieber zu Hause genießen würden.

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