Prigglitz , Altendorf

Erstellt am 13. Februar 2018, 05:00

von Christian Feigl, Tanja Barta, Gerhard Brandtner und Clemens Thavonat

Wo die Bevölkerung am meisten wächst. Nach Prigglitz und Altendorf zieht es die meisten Zuzügler, wogegen Raach und Schwarzau im Gebirge mit Abwanderung zu kämpfen haben.

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Prigglitz, Altendorf, Würflach, St. Egyden, Pitten und Thomasberg dürften jene Orte im Bezirk Neunkirchen sein, wo die Lebensqualität besonders hoch ist. Das besagt zumindest die Statistik Austria, die die Bevölkerungsentwicklung besonders im vergangenen Jahr ins Auge genommen hat.

247 Einwohner verloren

Diese fünf Gemeinden haben sich im Vergleich zu den restlichen 39 über den größten Bevölkerungszuwachs freuen dürfen. Der Wermutstropfen: Insgesamt entwickelt sich der Bezirk Neunkirchen bei der Bevölkerung negativ: Alle 44 Gemeinden haben 247 Einwohner verloren.

Bgm. Franz Teix: „Zuzüge von Familien haben uns das gute Ergebnis beschert!“  |  Archiv

Wobei Prigglitz mit einem Plus von 3,1 Prozent, in absoluten Zahlen sind das 13 Personen, absoluter Spitzenreiter ist. Die Gründe liegen für ÖVP-Ortschef Franz Teix auf der Hand: „Unser Einwohnerplus ist durch Zuzüge von Familien mit mehreren Kindern zustande gekommen. Weiters wurden bis dato einige Häuser von älteren alleinstehenden Personen bewohnt, welche nun teils vermietet sind.

Familien mit kleinen Kindern schätzen den kleinen – aber sehr feinen – Kindergarten und die im Gegensatz zur Stadt doch fast familiäre Volksschule mit aktuell 25 Kindern. Die Nähe zur Autobahnauffahrt und die ausgezeichneten Einkaufsmöglichkeiten im benachbarten Gloggnitz sind sicher auch von Vorteil“, freut er sich über den Platz an der Sonne.

NOEN

Mit einem Plus von 2,4 Prozent liegt Altendorf am zweiten Platz: „Wir haben auf Wunsch doch einige Grundstücke zu Bauland umgewidmet, was uns vor allem Jungfamilien in die Gemeinde brachte. Die Folgen – im Vorjahr konnten wir zehn Geburten verzeichnen – so viele, wie noch nie. Auch das trägt natürlich zum Wachstum bei“, weiß ÖVP-Bürgermeister Josef Pichler. Zudem trachte die Gemeinde danach, auch leer stehende Häuser wieder zu beleben, zumindest zu vermieten. Aber natürlich spielt auch unsere geringe Einwohnerzahl eine Rolle. „Da ist Zuzug in bereits geringer Zahl prozentuell maßgeblich“, so Pichler.

Bgm. Rupert Dominik: „Nur Momentaufnahme, werden schon bald wieder positive Zahlen haben!“  |  Archiv

Die negative Seite der Liste führt die Gemeinde Raach mit einem Minus von 5,7 Prozent an. Für ÖVP-Bürgermeister Rupert Dominik sind die Zahlen aber nicht beunruhigend: „Raach hatte es damit sogar ins Fernsehen geschafft, als die NÖ Gemeinde mit der höchsten „Abwanderung. Dem kann ich deutlich widersprechen, im Gegenteil, wir werden in naher Zukunft mit einer Zuwanderung rechnen können. Das kommt aber nicht so selbstverständlich.

Das war sehr viel harte Arbeit in den letzten Jahren, aber hat sich gelohnt. Ein Wohnhaus Junges Wohnen wird in wenigen Wochen fertiggestellt und im Breitbandausbau sind wir eine führende Region im ländlichen Raum.“ Statt Abwanderung werde es aus der Sicht des Ortschefs also schon bald Zuwanderung geben.

Größter Abgang in Gloggnitz

Bgm. Michael Streif: „Sind bemüht, aber es ist bei uns nicht einfach!“  |  Archiv

An zweiter Stelle bei der negativen Bevölkerungsentwicklung ist Schwarzau im Gebirge zu finden: „Wir haben jährlich ca. zehn Sterbefälle, aber nur fünf Geburten. Zudem hat es in unserer Gemeinde immer sehr viele Holzknechte gegeben, die werden aber auch immer weniger“, kennt auch SPÖ-Bürgermeister Michael Streif die Gründe. „Wir sind immer darum bemüht, Betriebe zu uns zu holen. Das Problem dabei ist, dass wir als Gemeinde einfach kein Betriebsgebiet bekommen!“

In absoluten Zahlen hat übrigens Gloggnitz mit einem Abgang von 108 Einwohnern das größte Minus zu verzeichnen. Was Listen-Bürgermeisterin Irene Gölles dazu sagt, lest ihr in der Printausgabe auf Seite 6. 

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