Neunkirchen

Erstellt am 17. April 2018, 05:00

von Christian Feigl

Peischinger Mord-Verdächtiger bestreitet Vorwürfe. Prominenten-Anwalt Michael Dohr verteidigt den Peischinger und ist von dessen Unschuld überzeugt.

Das 70-jährige Mordopfer, Frieda L.  |  LPD NÖ

Von einem im wahrsten Sinne des Wortes schillernden Anwalt wird jener 59-jährige Peischinger vertreten, der im Verdacht steht, im Oktober des Vorjahres eine 70-jährige Pensionistin in Neunkirchen ermordet zu haben, die NÖN berichtete: Anwalt Michael Dohr aus Wiener Neustadt ist vor Gericht nicht nur bekannt für seine detaillierten Verteidigungsstrategien, sondern auch für seine bunten Anzüge.

Der schillernde Anwalt Michael Dohr verteidigt den Peischinger Mordverdächtigen.  |  APA/Punz

Dohr ist von der Unschuld des Mannes felsenfest überzeugt: „Mein Mandant klingt extrem glaubwürdig. Und es fehlt ja auch absolut das Motiv. Warum hätte er die Frau denn umbringen sollen?“ Wiewohl der bekannte Wiener Neustädter Anwalt schon zugibt, dass die Rechtfertigung „eigenartig“ klingt: „Er hat die Wohnung seiner Exfreundin verlassen und dabei entdeckt, dass die Wohnungstüre der Nachbarin offenstand. Bei einer Nachsicht in der Wohnung entdeckte er dann die leblose Frau und wollte ihr helfen, aber ihr Körper war schon ganz kalt. In Panik ist er dann davongelaufen und hat danach aus Angst, dass der Verdacht auf ihn fällt, niemandem etwas erzählt.“

Laut Dohr gehe es dem Verdächtigen psychisch sehr schlecht: „Er ist zum ersten Mal in seinem Leben im Gefängnis, depressiv und weinerlich!“ Dennoch ist er zuversichtlich, dem 59-Jährigen helfen zu können. Am 19. April ist die nächste Haftverhandlung, wo ein Antrag auf Enthaftung gestellt wird: „Ich bin mir ja nicht einmal sicher, ob es überhaupt zu einer Anklage kommen wird, denn die Beweislage ist eher dünn!“ Dohr ist übrigens Wahlverteidiger – wie sich das der Peischinger leisten kann? „Darüber werde ich sicher keine Auskunft geben!“