Semmering

Update am 11. Dezember 2017, 10:02

von APA Red

Erneut Razzia der Finanzpolizei im Grandhotel Panhans. Die Finanzpolizei hat am Donnerstag laut Medienberichten erneut eine Razzia auf der Baustelle des Grandhotel Panhans am Semmering durchgeführt.

Tanja Barta

Über die aktuellen Geschehnisse am Semmering stets informiert zu sein – das gestaltet sich zunehmend schwierig. Auch in der Vorwoche überschlugen sich die Ereignisse. Was war konkret passiert?

Da kam am Mittwoch der Vorwoche zunächst das „Nein“ der Panhans-Gruppe zum Angebot des Landes Niederösterreich, die Semmering-Lifte langfristig zu pachten. „Es hat wirtschaftliche und strategische Gründe“, so die einzige Äußerung seitens Panhans Gruppe- Chef Viktor Babushchak. Wie das Angebot seitens des Landes genau ausgesehen hat, wollte er der NÖN Neunkirchen am Telefon nicht verraten. ÖVP-Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav nahm die Entscheidung der ukrainischen Investoren zur Kenntnis:

„Ich gehe davon aus, dass seitens der Eigentümer nun alles dafür getan wird, dass der Semmering rasch – so wie die anderen Skigebiete in Niederösterreich – in die Wintersaison startet!“

Kein Fixes Datum für Saisonstart

Ein fixes Datum für den Saisonstart konnte Babushchak aber bis Redaktionsschluss nicht nennen: „Wir hoffen, dass wir in sieben bis zehn Tagen öffnen können.“
Am Donnerstag schließlich kam es – nach Anfang Oktober – erneut zu einer Razzia am Zauberberg, wie das Finanzministerium auch gegenüber der Neunkirchner NÖN bestätigt. Insgesamt seien 21 Finanzpolizisten, 20 Polizisten sowie drei Mitarbeiter des Bundesamtes für Fremden- und Asylwesen im Einsatz gewesen, erklärt Johannes Pasquali, Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen gegenüber der NÖN:

„Deswegen so viele Personen, weil es bei der letzten Kontrolle dazu kam, dass mindestens zehn Personen in die umliegenden Wälder geflüchtet sind!“ Auf der Baustelle im Panhans hätten insgesamt 36 Personen gearbeitet, geht der Pressesprecher ins Detail: „Sie waren von vier Firmen angestellt, wobei es zumindest bei einer dieser Firmen den Verdacht auf eine Scheinfirma gibt.“

Verdacht auf Schwarzarbeit

Alle Arbeiter seien nur für 20 Stunden angemeldet gewesen, „was sehr ungewöhnlich für das Baugewerbe und Bau-Nebengewerbe ist“, so Pasquali. Es gebe daher den Verdacht auf Schwarzarbeit. „Auf der Baustelle wurden fünf Personen festgenommen, die allesamt keine Aufenthaltsbewilligung sowie gefälschte Dokumente hatten“, meint er weiter. Bei den fünf Personen hätte es sich um vier Moldawier und einen Ukrainer gehandelt. Nun laufen Ermittlungen wegen Ausländerbeschäftigung, Schwarzarbeit, Lokal- und Sozialdumping sowie wegen Dokumentenfälschung. Pasquali lobt in dem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Polizei und dem Bundesamt, diese sei „sehr gut“ verlaufen.

Seitens der Panhans-Gruppe gibt es, wie auch bereits im Oktober, keine großen Reaktionen. „Das war eine wiederholte Prüfung“, wollte Viktor Babushchak kein weiteres Statement zu diesem Vorfall geben. Er gab nur zu verstehen, dass er für die Auftragsvergabe selbst nicht zuständig sei. Hier hat der Geschäftsführer der Panhans Hotelmanagement GmbH, György Dobrovolszkij, die Fäden in der Hand. Er war laut Babushchak dafür verantwortlich, nach dem Vorfall im Oktober die Aufträge neu zu vergeben. Die NÖN konnte Dobrovolszkij leider nicht erreichen.

Hinweise soll die Finanzpolizei auch bezüglich eines nicht genehmigten Kassensystems bei den Bergbahnen bekommen haben, heißt es in einem Bericht der Tageszeitung „Kurier“. Das Finanzministerium konnte jedoch zum Thema Kassensystem kein Statement abgeben.