Erstellt am 13. Februar 2018, 04:30

von Clemens Thavonat

Trauer um älteste Bürgerin in der Region. Kurz vor ihrem 105. Geburtstag schloss Juliana Grill die Augen für immer. Mediziner Franz Grill erinnert sich an die Mutter.

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Die Region trauert um eine große Tochter, die nur kurz vor ihrem 105. Wiegenfest ihren letzten Weg antrat.

1913 geboren

Geboren im Jahre 1913, es bestand noch die Monarchie, Kaiser Franz Josef regierte, ging Juliana Grill, geborene Kabicher, auf die lange Reise in ihr Leben. Sie wurde in eine Familie mit starkem Glauben geboren, jeder Schicksalsschlag, von denen sie reichlich zu verkraften hatte, stärkte ihren Glauben nur noch weiter.

Sie war acht Jahre alt, als sie ihre Mutter verlor. In den letzten Kriegstagen war aber auch das Leben zu Hause kein Honiglecken, denn auch der Bruder war gefallen. Aus dem Krieg kam der Mann zurück, dem sie sich versprochen hatte, körperlich und psychisch ein Wrack, nicht mehr fähig, den väterlichen Zimmerer-Betrieb zu übernehmen. Juliana heiratete ihn dennoch, gab ihm Mut und viel Kraft für ein gutbürgerliches Leben.

"Ein großes Vorbild"

Und Sohn Franz Grill, Allgemeinmediziner in St. Egyden findet gute Worte als Trost für sich und alle, die Juliana mochten und schätzten: „Für die Gabe, in den Menschen immer nur das Gute sehen zu können und kein böses Wort über sie zu verlieren, dafür ist meine Mutter geachtet, bewundert und geliebt worden und dafür ist sie sicher mit einem langen, geruhsamen Lebensabend und friedlichem Hinüberschlafen belohnt worden. Sie war nicht nur für uns, die Familie, sondern für die meisten Menschen, die sie gekannt haben, ein großes Vorbild und wird es auch bleiben.“

Für die kommende Zeit bleibe den Menschen der Region einerseits die Erinnerung an Juliana Grill, eine großartige Frau, und andererseits haben sie die Gewissheit, man werde sich wiedersehen.