Erstellt am 17. April 2018, 02:47

von Gila Wohlmann

Drohnen als neue Ermittler?. Im Innenministerium wird evaluiert, ob künftig Drohnen der Polizei helfen.

Michael Pfabigan

Die tschechische Exekutive hat im Raum Mikulov drei Drohneneinheiten für die Grenzüberwachung im Einsatz (Bild). Die heimische Polizei hätte solche gerne, allerdings nicht nur für den Grenzeinsatz, sondern auch für verkehrspolizeiliche Aufgaben. In der Vorwoche trafen sich die Landespolizeikommandanten von Niederösterreich und Südmähren, Konrad Kogler und Leos Trizil, am Grenzübergang Drasenhofen/Mikulov zum Erfahrungsaustausch.

Zeithorizont für eine Beschaffung eigener Drohnen gibt es noch keinen. Aber im Rahmen des Projekts „Drohneneinsatz im BMI“ wird derzeit evaluiert, in welchen Bereichen deren Einsatz sinnvoll und möglich ist. Eine Polizeieinheit arbeitet bereits mit Drohnen: die Cobra.

„Wir haben beim Sondereinsatzkommando Cobra seit einigen Jahren Drohnen“, informiert Siegfried Gundel. Er ist aus diesem Grund Leiter des Drohnenprojektes im BMI. „Drohnen“, sagt Gundel, „könnten in der alltäglichen Polizeiarbeit vieles erleichtern.“

"Wir würden den Einsatz von Drohnen begrüßen"

Eingeleitet wurde das Projekt unter dem früheren Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Konrad Kogler, heute Landespolizeidirektor in NÖ. „Wir würden den Einsatz von Drohnen begrüßen“, sagt er. Bei schweren Verkehrsunfällen könnte durch Luftbildaufnahmen einer hochauflösenden Kamera die derzeit eingesetzte Fotogrammetrie zur Unfallerhebung stark verbessert werden.

„Für die Tatortarbeit im Kriminaldienst kann man noch weit effizienter arbeiten“, meint Gundel. Man hätte bei Großbränden bessere Lagebilder aus der Luft zum Erkennen des Schadensausmaßes und zur Feststellung von Bandherden. Im Zuge von Fahndungen oder Suchaktionen können Drohnen den Polizeihubschrauber sinnvoll ergänzen. Denn aufgrund ihrer Wendigkeit und Größe können Drohnen Orte erreichen, wo ein Helikopter nicht hingelangt. Andere Einsatzfelder sind etwa Naturkatastrophen oder das Filmen von Massendemonstrationen.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? „Wenn eine Menschenmenge gefilmt wird, muss die Exekutive dies kundtun. Wenn jemandem dies nicht passt, musst er sich aus diesem Bereich entfernen“, so Gundel.

Was die Handhabung des Flugobjektes betrifft, werden die Beamten geschult. „Es ist, abhängig von der Rotorenzahl, genau geregelt, welche Drohnenart wo fliegen darf“, sagt Grundl. In rund einem Jahr soll es erste Ergebnisse geben.