Baden

Erstellt am 07. Dezember 2017, 10:27

von Redaktion noen.at

Liese Prokop-Frauenpreis an Patricia Engel verliehen. Im Casino Baden wurden die diesjährigen Liese Prokop-Frauenpreise durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz feierlich verliehen. Dreizehn Frauen von insgesamt 176 Nominierten wurden für ihre besonderen Leistungen in den Bereichen Wirtschaft und Unternehmertum, Wissenschaft und Technologie, Kunst, Kultur und Medien sowie Soziales und Generationen ausgezeichnet.

Eine dieser dreizehn Frauen erhielt darüber hinaus den dotierten Hauptpreis in der Höhe von 10.000 Euro, gesponsert von Casinos Austria, der NÖ Wohnbaugruppe und der HYPO NOE Gruppe AG: Als Initiatorin und Leiterin des Europäischen Forschungszentrums für Buch und Papierrestaurierung an der Donau-Universität Krems engagiert sich Patricia Engel weltweit auch als Präsidentin der Organisation „Restauratoren ohne Grenzen“, um wertvolle Kulturgüter in Archiven und Bibliotheken vor Zerstörung zu retten.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner sagte im Gespräch mit Moderatorin Christiane Teschl-Hofmeister, dass sich seit der Verleihung des ersten Liese Prokop-Frauenpreises einiges verändert habe – so seien die Leistungen von Frauen heute „sichtbarer“, es gebe mehr Frauen in Führungspositionen, man sei auf einem guten Weg, es gebe aber „noch viel Luft nach oben“. Der Preis sei 2007 „in Erinnerung an die Lebensleistungen von Liese Prokop“ ins Leben gerufen worden und habe „die Zielsetzung, engagierte Frauen vor den Vorhang zu holen, ihre Leistungen zu honorieren und anzuerkennen“, so Mikl-Leitner.

„Eine tolle Visitenkarte für uns“

In ihrer Laudatio sagte Mikl-Leitner, dass die Hauptpreisträgerin Patricia Engel „ein großes Vorbild“ sei: „Sie schafft es, eine Brücke zwischen Wissenschaft, Technologie und Tradition zu schlagen.“ In Niederösterreich setze man auf Brauchtum, Tradition, Kunst und Kultur wie auch auf Wissenschaft und Technologie. Die Technik von Engel sei international gefragt und das sei „eine tolle Visitenkarte für uns“, so die Landeshauptfrau.

Landesrätin Schwarz, die nach Mikl-Leitner das Ressort von Liese Prokop in der Landesregierung übernommen hat, sagte, dass man heute noch spüre, „was sie geleistet hat“. „Liese Prokop war eine unglaublich starke Frau, die sich mit aller Kraft für die Menschen eingesetzt hat, die in der Gesellschaft benachteiligt sind“, betonte Schwarz, dass Liese Prokop „große Spuren in diesem Land“ hinterlassen habe. Daher sei sie „ein tolles Role Model für so einen Preis“. In Frauen schlummere „viel Kraft“ und es gebe in allen Bereichen „Potential nach oben“, führte die Landesrätin aus, dass dort, wo sich Frauen engagierten, unglaublich viel weitergebracht werde. Ganz viel Kraft und Potential liege aber oft im Verborgenen und das werde mit dem Liese Prokop-Frauenpreis sichtbar gemacht.

Die Auswahl der Gewinnerinnen sei „sehr schwierig“ gewesen, berichtete Jurymitglied Elisabeth Vavra, dass sie am liebsten allen Frauen einen Preis gegeben hätte: „Danke an alle Frauen für ihre Leistungen für Niederösterreich!“

Die weiteren Preisträgerinnen

  • Den Liese Prokop-Frauenpreis in der Kategorie Kunst, Kultur und Medien erhielten Luna Al-Mousli, Karen De Pastel und Renate Minarz. Luna Al-Mousli ist Autorin, Grafik-Designerin und Kunstvermittlerin. Sie ist ein Vorbild als Brückenbildnerin zwischen Kulturen: in Melk geboren, Kindheit in Damaskus, vor 13 Jahren zurück nach Österreich. Sie hat ihre Vergangenheit und Herkunft kreativ aufgearbeitet und schrieb in ihrem bereits mehrfach ausgezeichneten Buch „Eine Träne. Ein Lächeln“ über ihre Erfahrungen. Karen De Pastel ist Konzertorganistin, Pianistin, Violinistin, Komponistin und Dirigentin. Die ehemalige Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst ist heute Musikintendantin im Stift Lilienfeld, Stiftskapellmeisterin, Stiftsorganistin, Präsidentin der Internationalen Sommerakademie Lilienfeld und Leiterin des Musikfestivals im Stift Lilienfeld. Renate Minarz ist Künstlerin und Gründerin der Kulturinitiative Schupfengalerie in Herzogenburg. Sie bereichert die regionale Kultur mit ihrer Leidenschaft für den gegenseitigen Austausch und ihrem Talent zur Vernetzung durch Vernissagen, Kindertheater und Schulprojekte.
  • In der Kategorie Soziales und Generationen ging der Liese Prokop-Frauenpreis an Margit Marina Fischer, Christine Spangl und Johanna Zeitlhofer. Margit Marina Fischer ist Gründerin des Himmelschlüsselhofs, einer sozialtherapeutischen Arbeits- und Lebensgemeinschaft für Menschen mit Behinderungen am Bauernhof im Texingtal. Sie verbindet soziale Verantwortung und unternehmerischen Geist und bietet Menschen mit Behinderungen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Christine Spangl ist Direktorin der Volksschule Perschling und Pädagogin mit Leib und Seele. Seit 45 Jahren engagiert sie sich neben ihrer hauptberuflichen Arbeit für lernschwache Kinder: durch Gratis-Nachhilfe, Ausdauer und viel Geduld. Johanna Zeitlhofer betreut als Tagesmutter in Pöchlarn neben der eigenen Familie 27 Kinder und zusätzlich noch vier Pflegekinder – stets bereit, im Akutkrisenfall einzuspringen. Sie ist eine echte Stütze der Gesellschaft.
  • Der Liese Prokop-Frauenpreis in der Kategorie Wissenschaft und Technologie ging an Patricia Engel (Hauptpreisträgerin), Hirut Grossberger, Eleonore Kleindienst und Sandra Siegert. Hirut Grossberger ist Forscherin und Lehrende an der Fachhochschule St. Pölten, internationale Koordinatorin des Departments Bahntechnologie und Mobilität. Sie engagiert sich als Diversity-Beauftragte und versteht es, junge Menschen in Kindergärten, Pflichtschulen und aus allen Bildungsschichten für Technik zu begeistern. Eleonore Kleindienst ist Architektin und Zivilingenieurin. Als Mitorganisatorin des ersten Ziviltechnikerinnenkongresses, der Ausstellung „100 Jahre Frauen in der Technik“ und der Herausgabe des Buches „ArchitekTouren“ gilt sie als „heimliche Grande Dame“ der Gleichberechtigung von Frauen in der Architektur, im Bauwesen, in Planung und Technik, die unterrepräsentiert und unbekannt großartige Leistungen hervorbringen. Sandra Siegert ist  Neurobiologin, Assistenzprofessorin und Gruppenleiterin am IST Austria (Institute of Science and Technology) in Klosterneuburg. Sie erforscht, wie Immunzellen das Nervensystem verändern und zu Nervenerkrankungen führen. Sie macht kompliziertes Wissen aus der Gehirnforschung auch für Nicht-Fachleute einfach verständlich und baut so eine Brücke für die Wissenschaft.
  • In der Kategorie Wirtschaft und Unternehmertum ging der Liese Prokop-Frauenpreis an Katharina Baumgartner, Cornelia Daniel und Doris Ploner. Mit 19 Jahren ist Katharina Baumgartner jüngste Winzerin in der elften Generation, die mit Kreativität Neues auf den Rebflächen in Untermarkersdorf wagt. Mit „Musik in der Flasche“ hat sie einen neuen Weinstil kreiert und bereits einige Preise gewonnen.  Cornelia Daniel ist Eigentümerin von „Dachgold – Solarberatung“ in Brunn an der Wild. Ihr Interesse an erneuerbaren Energien führte sie zum engagierten Einsatz in der Umwelttechnik, um Klimawandel und Energiewende zu forcieren. Doris Ploner ist Geschäftsführerin von „Die Käsemacher“ in Vitis. In ihren jungen Jahren hat sie eine große Verantwortung übernommen und durch Mut zur Veränderung in einer wirtschaftlichen Krise sowie mit unerschrockenem Einsatz für den Familienbetrieb zur Rettung von fast 200 Arbeitsplätzen im Waldviertel beigetragen.
  • In der Kategorie Soziales und Generationen wurde außerdem ein Generationen-Sonderpreis in der Höhe von 1.000 Euro an die vier ehemaligen Schülerinnen Sophie Ebert, Bianca Hader, Carmen und Teresa Leonhartsberger der HAK Ybbs/Donau für ihr Sozialprojekt für den Aufbau einer Schule in Nepal, gesponsert von Casinos Austria, übergeben.

Nähere Informationen: www.liese-prokop-frauenpreis.at