Erstellt am 12. Dezember 2017, 01:11

von NÖN Redaktion

Gregor Dietrich: Wann erfrieren Pflanzen?. Gregor Dietrich, Experte bei Natur im Garten.

 |  Natur im Garten

Lebensfunktionen von Lebewesen werden durch Enzyme gesteuert, die in einem engen Temperaturbereich funktionieren. Pflanzen benötigen je nach Wetter unterschiedliche Enzyme für dieselbe „Arbeit“. Dem tropischen Basilikum fehlen Enzyme für kalte Tage. Es „erfriert“ bei +10 °C. Auch heimische Arten bilden nicht immer die gesamte Enzympalette aus. Im Sommer erfrieren sie bei Temperaturen, die sie im Winter aushalten.

Unterhalb des Gefrierpunkts friert der Wasseranteil der Zellen und sprengt diese. Bei Arten winterkalter Gebiete allerdings nur, wenn es die Pflanze unvorbereitet trifft. Sonst stellen sie Frostschutzmittel her. Auch Gewohnheit ist maßgeblich: Wärmer herangezogene Pflanzen benötigen Jahre, um sich zu akklimatisieren.

Winterliches Absterben ist nicht immer einem Erfrieren gleichzusetzen: Wind und Sonne können dazu führen, dass wintergrüne Blätter Wasser benötigen, das ein durchgefrorener Wurzelballen jedoch nicht liefern kann. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus, zerquetscht Wurzeln oder drückt sie aus dem Boden. Beides betrifft vor allem Kübelpflanzen und im Herbst zu spät gepflanzte, nicht ausreichend verwurzelte Pflanzen.