Erstellt am 14. November 2017, 02:23

von Michaela Fleck-Regenfelder

Nina Proll über Glamour, Witz und Männer. Nina Proll, Schauspielerin, Sängerin & gebürtige Haugschlagerin, sprach mit Michaela Fleck über Glamour, Witz und Männer.

 |  Gavriel

NÖN: Nächsten Freitag feiert Ihr jüngster Kinofilm, „Anna Fucking Molnar“, Österreich-Premiere. Was gibt’s denn da zu sehen?

Nina Proll: Es gibt einen Blick hinter die Kulissen, wie das Leben einer Schauspielerin wirklich funktioniert. Und es gibt eine wunderschöne Liebesgeschichte!

Der Titel klingt ja nicht gerade nach Glamour.

Proll: Ich find’ schon, dass wir den Glamour brauchen. Wir dürfen auch den roten Teppich ausrollen, wir dürfen ein sexy Kleid anziehen … Aber wenn’s nur um Äußerlichkeiten geht, bleibt alles ohne Inhalt.

Statt Glamour gibt’s im Film bald Elend. Kein Mann, kein Job, kein Geld. Geht’s noch tiefer?

Proll: Und der Ruf ist auch ruiniert. Das ist das Schlimmste! Aber all das ist der Alltag eines Schauspielerlebens. Und jeder Konflikt im Film hat einen wahren Kern. Die Beziehung Vater-Tochter, die ist sehr autobiografisch. Oder die Dialoge mit dem Psychiater. Aber ich muss betonen: Ich war nie mit meinem Psychiater im Bett!

Was hat die Anna, was Sie nicht haben?

Proll: Ich würde mir nie erlauben, eine Premiere zu versauen, weil ich private Probleme habe. Da bin ich zu gut erzogen!

Nicht nur die Idee zum Film war Ihre. Sondern auch das Drehbuch. Wie war das? Und wie weit ist es da noch zum Regieführen?

Proll: Zum Spielen war’s leicht. Ich konnte ja alle Dialoge auswendig! Die allererste Idee hatte ich schon 2005. 2010 hab’ ich es ernsthaft in Angriff genommen, und dann habe ich noch sechs Jahre mit Ursula Wolschlager am Buch gearbeitet. In erster Linie möchte ich spielen. Aber das Regieführen schließ’ ich nicht komplett aus.

Neben Murathan Muslu und Uwe Ochsenknecht spielt auch Ihr Mann, Gregor Bloéb. Aber der kommt nicht wirklich gut weg …

Proll: Er kommt am schlechtesten weg. Aber er hat auch da den nötigen Humor! Ich möchte mehr von solchen Filmen sehen, wo wir Frauen den Männern Paroli bieten!

Singen hört man Sie im Abspann auch noch. Was kommt als Nächstes?

Proll: Die „Vorstadtweiber“ im Jänner. Mit den „Vorstadtliedern“ bin ich unterwegs, zum Beispiel nächsten Sommer in Haag. Und ich bin schon wieder am Schreiben …