St. Pölten

Erstellt am 12. November 2017, 15:12

von Karl Ettinger

Andrang bei Mikl-Leitners Tag der offenen Tür. Einmal das Büro der seit dem heurigen April im Amt befindlichen Landeshauptfrau sehen.

Das war an diesen Sonntag die Devise. Schon zu Beginn um 11 Uhr wartete eine Menschenschlange im Haus 1 A im St. Pöltner Regierungsviertel vor dem Lift. Alle wollten in den sechsten Stock.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), die am Sonntag zum Tag der offenen Tür in ihr Büro geladen hatte, empfing im Zehn-Minuten-Takt die vielen Interessierten in Gruppen von 15 bis 20 Personen. Da kamen Niederösterreichs Landeschefin in der  eleganten hellen Jacke  und der beigen Hose und ihre Mitarbeiter kaum zum Verschnaufen. 

Der Tag der offenen Tür fand parallel zur 1. NÖ Freiwilligenmesse für Ehrenamt und freiwilliges Engagement im Landhaus St. Pölten statt. 

Ein „herzliches Willkommen“, Einzel- und Gruppenfotos gab es für alle Besucher in dem selbst an diesem Novembertag freundlich-hellen Büro der Landeshauptfrau. Dazu klärte die Hausherrin die Gäste nicht nur über Rundblick über das St. Pöltener Regierungsviertel („in etwa die Größe von 20 Fußballfeldern“) auf, sondern auch über die Anordnung mit dem großen Tisch  in ihrem Büro auf. Beginnend bei ihrem Stuhl an der Stirnseite des Sitzungsstisches: „Da sitze ich immer. Da werden die Entscheidungen getroffen. Hier finden die Besprechungen statt.“  Gleich zu  Beginn sagte sie auch: „Da arbeiten wir halt Tag und Nacht, wenn wir nicht im Land unterwegs sind.“ Im Haus sei auch die gesamte Landesregierung und der Landtag.

Büro als „Plattform“ für Bilder junger Fotografen

Hinter ihrem Sitzplatz stehen zahlreiche private Fotos ihre Familie. Darüber sind Fotos aufgehängt. Das sind die Werke junger Fotografen, alle drei, vier Monate werden die Bilder ausgewechselt. Um ihnen allen eine „Plattform“ zu bieten, wie die Landeshauptfrau betonte. Auf der gegenüberliegenden Wand hängt ein Bild eines Künstlers aus Gugging, also aus ihrer Heimatstadt Klosterneuburg, das aus dem heurigen April vom Tag ihrer Angelobung als Landeshauptfrau datiert.

Sie verwies aber auch bei jeder Besuchergruppe darauf, dass die Geschicke Niederösterreichs fast 500 Jahre lang von Wien aus gelenkt worden seien. Nach der Entscheidung über die Landeshauptstadt im Jahr 1986 seien dann aber 1997 Landesregierung und Landtag nach St. Pölten übersiedelt.

„Gott sei Dank hat sich nicht nur St. Pölten, sondern die ganze Region Niederösterreich fantastisch entwickelt. Darauf sind wir stolz“, formulierte sie in ähnlicher Form bei praktisch allen Besuchergruppen. Meist ging sich auch noch ein Verweis auf das nahe, im September eröffnete Haus der Geschichte aus, das auch „sehr spannend“ sei und das man mehr als einmal besuchen könne.

Es sind beileibe nicht nur interessierte Besucher aus der Landeshauptstadt, die das Büro der Landeshauptfrau bei diesem Tag der offenen Tür unter die Lupe nehmen wollten. Aus Lilienfeld oder aus Guntramsdorf seien sie gekommen, schilderten manche Gäste.

Besonders freundlich wurden die Kinder empfangen. „Ich bin die Hanni“, begrüßte die Landeshauptfau immer wieder die jüngsten Gäste, für die es als Geschenk einen kleinen Hasen gab. Die Jüngsten wurden von den Eltern noch im Kinderwagen mitgenommen. „Toi, toi, toi fürs Zweite“, gab Mikl-Leitner einem Elternpaar zum Abschied mit auf den Weg.  Manche hatten Oma oder Opa mitgebracht. Als ein Bub sich auch durch die Worte der Landeshauptfrau nicht beeindrucken oder unterbrechen ließ, meinte Mikl-Leitner nur aufmunternd: „Darfst ruhig plaudern. Die Erwachsenen haben auch immer den Mund offen.“

Ein Bub nahm schließlich auch auf ihrem Stuhl Platz: „Du bist heute der Chef“, scherzte Mikl-Leitner – eine Ausnahme nur am Tag der offenen Tür.