Erstellt am 17. April 2018, 08:21

von NÖN Redaktion

Angst vor Armut im Alter: Faire Regelung gefordert. Die Niederösterreicherin und SPÖ-Bundesfrauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek verlangt eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten der Mütter für die Pension. Das soll das Risiko vermindern, dass Frauen im Ruhestand zu wenig Geld haben.

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Die ehemalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die aus Guntramsdorf kommt, drängt im Namen der SPÖ auf eine Verbesserungen für Frauen, um Altersarmut zu verhindern. Die niederösterreichische SPÖ-Politikerin ist seit Jahren SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und Nationalratsabgeordnete und fordert eine umfangreichere Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die spätere Pension der Mütter.

Die SPÖ-Politikerin meldet sich damit in der Diskussion um die von der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung geplante Erhöhung der Mindestpension (Ausgleichszulage) auf 1200 Euro netto monatlich für Alleinstehende und 1500 Euro für Ehepaare zu Wort.

Voraussetzung sind allerdings, dass jemand 40 Arbeits- und damit Beitragsjahre aufweist, was bei vielen Frauen wegen der Kindererziehung nicht der Fall ist. Deswegen dürften nach Annahmen der Regierung nur rund 10.000 Männer und Frauen von der Maßnahme profitieren, die morgen, Mittwoch, im Ministerrat beschlossen werden soll.

Mütter sollen vom Vorschlag profitieren

Gerade für Mütter soll der Vorschlag Heinisch-Hoseks eine höhere Pension bringen. Künftig würden für jedes Kind vier Jahre Kindererziehungszeiten auf die spätere Pension angerechnet.

Konkret tritt die niederösterreichisch SPÖ-Politikerin dafür ein, dass bei Frauen auch die Zeiten der Kindererziehung wie richtige Arbeits- und Beitragszeiten bei der Berechnung der Pension berücksichtigt werden, um die von der Bundesregierung geforderten 40 Beitragsjahre als Voraussetzung für 1200 Euro Mindestpension zu erreichen.

Auch ÖVP mit Chefin aus Niederösterreich verlangen Verbesserung

Auch die ÖVP-Frauen mit der Niederösterreicherin Dorothea Schittenhelm als Chefin drängen bereits seit Jahren auf eine bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten, nämlich vier Jahre pro Kind. Davon würden vor allem Mütter mit mehr als einem Kind profitieren.

Derzeit hängt dies auch vom zeitlichem Abstand der Geburten ab, je knapper dieser ist, umso ungünstiger für die Pensionsberechnung. Durchgesetzt haben sich die ÖVP-Frauen damit weder bei der früheren rot-schwarzen Bundesregierung noch jetzt bei Türkis-Blau.

Heinisch-Hosek verteidigt ihren Vorschlag damit, dass Frauen bisher im Schnitt 44 Prozent weniger Pension als Männer erhalten. Das hängt mit der im Regelfall kürzeren Arbeitsdauer sowie mit den im Schnitt niedrigeren Löhnen der Frauen zusammen. „Frauen sind im Alter oft von Armut betroffen, für sie müssen wir etwas tun“, betont die Guntramsdorfer SPÖ-Politikerin.