Erstellt am 06. Februar 2018, 01:37

von Hannes Ramharter

Waldhäusl: "Situation erforderte Umdenken“. Gottfried Waldhäusl erklärt, warum er nun doch als Landesrat zur Verfügung steht, welches Ressort er gerne hätte und wie sein erster Termin mit Johanna Mikl-Leitner war.

Gottfried Waldhäusl  |  Denk

NÖN: Noch am Sonntag wehrten Sie sich mit „Händen und Füßen“ gegen die Übernahme des Regierungsamtes. Nun sind Sie doch bereit. Was ist der Grund dafür?

Gottfried Waldhäusl: Schwierige Situationen erfordern oft ein Umdenken. Ich habe eine Entscheidung für das Regierungsamt, für das Land, für unsere Landsleute und für die eigene Partei getroffen, die ich auch in schwierigen Situationen noch nie im Stich gelassen habe.

Eigentlich ist Ihre politische Karriere von deftigen Aussprüchen und auch zahlreichen Ordnungsrufen im Landtag gekennzeichnet. Wird das nun als Regierungsmitglied anders?

Waldhäusl: Es ist natürlich ein großer Unterschied, auf welcher Ebene man arbeitet. Ich werde aber auch in der Regierung klare Worte und Anregungen verwenden, aber da ist eben ein Unterschied. Würde ich die Rolle als Klubobmann in der Regierung weiter betreiben, würde ich der Partei und dem Bundesland Schaden herbeiführen. Und das werde ich nicht tun.

Wie verlief am Donnerstag Ihr erstes Gespräch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner?

Waldhäusl: Es war sehr freundlich und nett. Wir haben grundsätzlich den Wahlkampf abgehandelt. Nachdem das sehr konstruktiv war, haben wir die Einigung erzielt, dass wir ab 15. Februar Arbeitsgespräche führen werden.

Gibt es schon Hinweise, welches Ressort Sie bekommen könnten?

Waldhäusl: Wir haben grundsätzlich festgehalten, dass es sinnvoll wäre, Teile von Ressorts zu bekommen, die von der FPÖ in der Regierung auf Bundesebene besetzt sind. Es ist auch ressortübergreifend wichtig, dass zum Beispiel beim Breitbandausbau Kontakte zum zuständigen Minister zu nutzen sind. Immerhin spielen meiner Meinung nach rund 50 bis 60 Prozent der Landes-Materie immer in die Bundespolitik hinein. Grundsätzlich möchte ich in der Regierung Ideen aus dem Wahlkampf und von früher ansprechen, die besonders für den ländlichen Raum wichtig sind, zum Beispiel im Gesundheitsbereich die notärztliche Versorgung und Versorgung mit Hausärzten.

Auch die Waldviertel-Autobahn?

Waldhäusl: Die Zugeständnisse für eine Prüfung vor der Wahl sind nun auch mehr wert, weil man auch auf Regierungsebene des Landes mit dem Bund Gespräche führen kann und wird.


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