Erstellt am 07. Januar 2018, 07:02

von APA Red

FPÖ-Landbauer will "nicht dauerhaft Opposition machen". "Auch dabei sein, wenn es ums Gestalten geht" - "Müssen" ÖVP angreifen.

APA/Helmut Fohringer

Udo Landbauer, Spitzenkandidat der FPÖ bei der niederösterreichischen Landtagswahl, sieht sich "nicht in der Politik, um dauerhaft Opposition zu machen". Die Freiheitlichen wollten "auch dabei sein, wenn es ums Gestalten geht", sagte der mit 31 Jahren jüngste aller Listenersten im APA-Gespräch.

Die erst gegen Ende Oktober erfolgte Nominierung anstelle von Landesobmann Walter Rosenkranz, der nach der Nationalratswahl doch im Parlament in Wien blieb, sei auch für ihn überraschend gekommen. "Ich hoffe, schnell und gut", meinte Landbauer auf die Frage, wie er denn in seine neue Rolle gefunden habe. Als einen Schwerpunkt in seinem Wahlkampf nannte er Betriebsbesuche und möglichst viele persönliche Bürgergespräche.

"Großes Ziel" am 28. Jänner sei es, die absolute Mehrheit der ÖVP zu brechen, so Landbauer. Zudem streben die Freiheitlichen ihr bestes Ergebnis überhaupt im Bundesland an. 16,08 Prozent aus 1998 sollen übertroffen werden.

Die Auswirkungen der Massenzuwanderung des Jahres 2015 sieht der freiheitliche Spitzenkandidat auch in Niederösterreich alles andere als wettgemacht. Verantwortlich sei die damalige Innenministerin und jetzige Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). "Das ist eine Erbschuld, die sie nicht loswird", betonte Landbauer. Das subjektive Sicherheitsempfinden vieler Menschen sei schlecht. Deshalb "müssen" die Freiheitlichen die Volkspartei auch angreifen.

Ebenfalls ansetzen will die FPÖ im Gesundheitsbereich. Hier gebe es "im urbanen wie im ländlichen Bereich große Probleme". Durch Schwerpunktsetzungen in Landeskliniken gehe die Grundversorgung verloren, was gleichzeitig lange Anfahrtswege im Akutfall bedeute. Drittes großes Thema sei mit Wohnen "ein Grundbedürfnis", so Landbauer. "Leistbares Wohnen" sei bisher ein Lippenbekenntnis geblieben.

"Selbstverständlich" würde die FPÖ nach der Wahl auch für ein Arbeitsübereinkommen zur Verfügung stehen. Verliere die ÖVP die absolute Mehrheit, werde sie Partner brauchen. Klar sei freilich, "dass wir unseren Inhalten treu bleiben werden". Eine "freiheitliche Handschrift", wie etwa in der seit bald drei Jahren bestehenden "bunten" Wiener Neustädter Stadtregierung, der Landbauer angehört, müsste demnach erkennbar sein.

Auf Gemeinsamkeiten mit dem gleichaltrigen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angesprochen, sagte der FPÖ-Listenerste in Niederösterreich, "ich sehe Reformwillen bei ihm". Den "Wunsch nach sachlicher Arbeit und Veränderung" attestierte Landbauer dem Regierungschef ebenfalls.

Was Likes auf Youtube etwa für ein Lied einer Rechtsrock-Band oder Postings auf Facebook wie das Lied "Stille Nacht" mit Fotos von Wehrmachtssoldaten angeht, verwies Landbauer darauf, dass die FPÖ in Niederösterreich mehr als 10.000 Mitglieder habe. "Dass immer wieder jemand auffällig wird, ist nicht nur bei uns so." Jeder sei angehalten, derartige "Probleme schnell aus der Welt zu schaffen, um gute Arbeit nicht zu konterkarieren".