Erstellt am 16. April 2018, 08:54

von NÖN Redaktion

Peter Kolba: „Ich bin kein wilder Abgeordneter“. Der bisherige Klubchef der Liste Pilz präzisiert im NÖN-Gespräch erstmals selbst seine politische Zukunft: Er bleibt im Parlament Abgeordneter der Liste Pilz, um sich auf seine Schwerpunktthemen zu konzentrieren. Rein formal ist er nicht mehr Mitglied der Partei Liste Pilz – wie andere Klubkollegen auch.

Peter Kolba  |  APA

„Ich bin kein wilder Abgeordneter, ich bin Abgeordneter der Liste Pilz.“ Diese Klarstellung trifft Peter Kolba jetzt erstmals im Gespräch mit der NÖN, nachdem am Sonntagabend die Meldung der „Presse“, er trete nicht nur als Klubobmann Ende April zurück, sondern auch aus der Partei aus, für Aufsehen gesorgt hatte. 

Kolba, der in Laab im Walde wohnt, klärt im NÖN-Gespräch auf, dass sein Rückzug aus der Partei in Wahrheit recht unspektakulär sei. Neben der Liste Pilz sei die Partei Liste Pilz im Vorjahr gegründet worden, um sicherzustellen,  dass die formalen Kriterien für Partei- und Klubförderung eingehalten werden.

Er sei zuerst Kassier der Partei und dann nur mehr einfaches Mitglied der Partei gewesen. Andere Mitglieder des Klubs der Liste Pilz seien auch keine Mitglieder der Partei Liste Pilz, erläutert der Niederösterreicher.

Konzentration mit Blick auf Gesundheit und Familie

Der Grund für seinen Rückzug als Klubobmann mit Ende April sei, dass er seine Belastung in seiner politischen Tätigkeit mit Blick auf seine eigene Gesundheit – er ist, wie bekannt ist, Schmerzpatient – und seine Familie reduzieren wolle. Außerdem sehe er sich seinen Wählern im Wort. Daher wolle er sich auf seine Schwerpunkttätigkeit künftig im Rahmen der Liste Pilz im Nationalrat kümmern, insbesondere etwa den Konsumentenschutz. Außerdem habe man gerade die Aktion Tatort Jugend begonnen, bei der es um die Abnahme von Kindern durch das Jugendamt gehe.

Die Rücklegung der Funktion als Klubobmann der Liste Pilz und den – formalen – Abschied von der Partei Liste Pilz, nicht von der Gruppierung Liste Pilz habe er jetzt rund zwei Wochen vor der Entscheidung über die künftige Klubführung im Parlament in einer rund 40 Personen umfassenden internen Gruppe kundgemacht. Wer Wunschkandidat für seine Nachfolge als Klubchef sei, wollte Kolba nicht via Medien ausrichten.