Update am 23. Oktober 2017, 15:59

von Karl Ettinger und Carina Rambauske

FPÖ wechselt Spitzenkandidaten für Landtagswahl. Eine Überraschung gibt es bei der FPÖ für die Landtagswahl am 28. Jänner. Nicht der bereits als Spitzenkandidat angekündigte Landesparteiobmann Walter Rosenkranz wird wie bei der Nationalratswahl Spitzenkandidat sein, sondern der 31-jährige Landtagsabgeordnete Udo Landbauer.

Udo Landbauer wird die FPÖ als neuer Spitzenkandidat in die Landtagswahl führen.  |  NOEN, Baldauf

Der Wiener Neustädter FPÖ-Bezirksparteichef und Stadtrat kommt aus dem Ring Freiheitlicher Jugend, dem er schon mit 14 beitrat. „Er ist ein ausgesprochen talentierter Politiker und hat bereits mit seinen jungen Jahren gezeigt, dass er Regierungsverantwortung übernehmen kann“, so Rosenkranz, der ein Nationalrats-Direktmandat geschafft hat und in der Bundespolitik bleiben soll.

Landbauer selbst war „ganz gewaltig überrascht“ und sagte nach einer – eher schlaflosen – Nacht „mit sehr viel Freude und Demut Ja, weil es eine große Herausforderung ist.“ „Ich bin der festen Überzeugung, dass in Niederösterreich ein großer Veränderungswille, und auch eine große Veränderungsnotwendigkeit, da ist“, erklärt der junge Spitzenkandidat seinen Entschluss.

Ziel ist "historisch bestes Ergebnis"

FPÖ-Klubchef Gottfried Waldhäusl (links) und FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz (Mitte) präsentierten mit  Udo Landbauer (rechts) ihren neuen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 28. Jänner.
 
 |  Rambauske

„Das historisch beste Ergebnis zu erreichen – das ist die einzige Latte, die ich ihm geben möchte“, so Rosenkranz zu Landbauer für die bevorstehende Landtagswahl. „Wir werden dich nicht enttäuschen, dieses Ziel werden wir auf alle Fälle erreichen!“, verspricht Landbauer.

Die FPÖ hat bei der Nationalratswahl in NÖ die SPÖ überholt und von Platz zwei verdrängt. Von NÖ-FPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Hafenecker kommt daher gegenüber der NÖN auch jetzt eine Kampfansage an die SPÖ: „Wir wollen zweitstärkste Kraft werden.“ 2013 gab es mit nur 8,2 Prozent eine Ernüchterung. Außerdem werde „selbstverständlich“ der Wiedereinzug in die Landesregierung angestrebt.

Fit für die Landtagswahl am 28. Jänner: FPÖ-Klubchef Gottfried Waldhäusl, FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz, Spitzenkandidat Udo Landbauer und Nationalratsabgeordneter Christian Höbart.  |  Rambauske

Walter Rosenkranz war im März als niederösterreichischer Spitzenkandidat nominiert worden und hatte immer wieder betont, für die Freiheitlichen in die Landesregierung ziehen zu wollen. Den Wunsch von Parteichef Heinz-Christian Strache habe er aber nicht abschlagen können, berichtete Rosenkranz am Montag von einem Strategiegespräch nach der Nationalrats- und vor der Landtagswahl, an dem am Freitag auch FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und NÖ Klubobmann Gottfried Waldhäusl teilgenommen hatten.

Ob es eine Zusage für höhere Ämter gebe, war nicht zu erfahren. Rosenkranz verwies darauf, dass nach der Nationalratswahl noch gar keine Koalition beschlossen sei. Niederösterreich sei ihm nach wie vor eine Herzensangelegenheit, er bleibe Landesparteiobmann.

SPÖ ortet Signal für "schwarz-türkis-blau" im Bund

"Vor der Wahl ist bei der FPÖ offenbar alles anders als nach der Wahl", reagierte SPÖ-NÖ-Landesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller am Montag auf die Ankündigung von FPÖ-NÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz, nicht bei der NÖ Landtagswahl 2018 anzutreten, sondern im Parlament zu bleiben. Dessen große Ziele scheinen sich von Niederösterreich auf den Bund verlagert zu haben.

Unter Verweis auf das am Abend der Nationalratswahl von Rosenkranz in einem Interview abgelegte "Bekenntnis zu Niederösterreich" interpretierte Hundsmüller dessen neue Entscheidung als Zeichen für eine zukünftige "schwarz-türkis-blaue" Regierung. "Wenn schon hier ein plötzlicher Sinneswandel alle Versprechen, die vor der Wahl getroffen wurden, vergessen lässt, dann ist zu befürchten, dass sich auch die Wahlversprechen für Klein- und Mittelverdiener in türkis-blauem Rauch auflösen werden und eine Klientelpolitik für Wohlhabende, Reiche und Superreiche betrieben werden wird", so Hundsmüller in einer Aussendung.