Erstellt am 16. April 2018, 12:28

von APA Red und Caroline Ferstl

Personal in der mobilen Pflege in NÖ "dringend" gesucht. Einen Personalmangel gibt es in der mobilen Pflege in Niederösterreich: Die Träger suchen derzeit 332 Mitarbeiter, allein die Caritas kann 80 Posten nicht besetzen, sagte Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas der Diözese St. Pölten, bei einer Pressekonferenz am Montag.

Caritas/Franz Gleiss

Seit 1978 engagiert sich die Caritas in Niederösterreich im Bereich Pflege und Betreuung zu Hause. Von 57 Sozialstationen im ganzen Bundesland aus betreuen rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter knapp 9.000 Kunden. Den runden Geburtstag nutze man nicht nur, um zurück zu blicken, sondern auch in die Zukunft zu schauen: Denn der akute Personalmangel im Pflegebereich und die künftige Finanzierung nach Abschaffung des Pflegeregresses stellen sowohl Caritas als auch Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen.

Reform bei Pflege-Finanzierung gefordert

Im Jahr 2050 werden in Österreich mehr als doppelt so viele Menschen wie heute über 80 Jahre alt sein – insgesamt rund eine Million Männer und Frauen. „Wir müssen heute reagieren, um auch morgen eine an der Würde des Menschen Maß nehmende Pflege sicherzustellen“, appelliert Caritas Präsident Michael Landau. „Diese Arbeit wird auch in den nächsten 40 Jahren nur dann möglich sein, wenn uns eine solidarische Finanzierung des Pflegebereichs in Österreich gelingt“, ergänzt Landau.

Die neue Landesrätin für Bildung, Familien und Soziales in NÖ, Christiane Teschl-Hofmeister, bezeichnet die Abschaffung des Pflegeregresses als Herausforderung, und sieht darin die Chance, neue Pflegemodelle zu entwickeln. Bis Ende April sollen gemeinsam mit dem Bund die neuen Zusatzkosten fixiert werden. Anschließend will man bis Juni das vergangene Halbjahr evaluieren und eine neue Prognose bis Anfang 2019 erstellen.

Neben der Frage der Finanzierung beschäftigt ein akuter Personalmangel nicht nur die Caritas, sondern alle Pflegeeinrichtungen im Land: 332 offene Stellen gibt es derzeit, lange Wartelisten für die pflegebedürftigen Kunden sind die Folge.

Caritas/Franz Gleiss