St. Pölten

Erstellt am 06. Januar 2018, 11:42

von Walter Fahrnberger und APA/Red

SPÖ will schwarzes „Machtkartell“ brechen. 1.500 NÖ-Funktionäre und SPÖ-Chef starteten mit Spitzenkandidat Franz Schnabl im VAZ St. Pölten in den Landtagswahlkampf.

Der Wahlkampfauftakt fand gleichzeitig mit dem Neujahrsempfang des Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbandes (GVV) statt. Unter Standing Ovations zog Spitzenkandidat Franz Schnabl samt zahlreichen jungen Begleitern, die Jacken in den Farben der Wahlkampagne - Rot, Blau und Gelb - trugen, ein. Untermalt wurde der Einmarsch von der A-Capella-Gruppe zwo3wir, die den Song "Auf uns" von Andreas Bourani zum Besten gab.

Mit 1.500 SP-Funktionären waren in das VAZ St. Pölten viel mehr Gäste gekommen als ursprünglich erwartet.  Sie erlebten den SP-Landtagsspitzenkandidaten Franz Schnabl vor allem angriffig gegen die Volkspartei.

Schnabl will „mehr Demokratie, mehr Menschlichkeit und mehr soziale Wärme in diesem Land“. 

Und er unterstich sein oberste Wahlziel, am 28. Jänner die absolute Mehrheit der ÖVP brechen zu wollen: „ Das Land gehört allen Menschen in diesem Land, nicht nur einer Partei.“

„Das Land gehört allen Menschen in diesem Land, nicht nur einer Partei.Franz Schnabl

Der SP-Spitzenkandidat richtet  eine Ansage an die ÖVP: „Wir sind nicht der Meinung, dass der 12-Stunden Arbeitstag gute Idee ist, dass drei Millionen Euro aus dem Gesundheitssystem in 5 Jahren herausnehmen eine gute Idee ist, dass die  Aufhebung Rauchverbots unsere Gesundheit verbessert und dass die Einführung Studiengebühren einen  gerechten Zugang ins Studiensystem zulässt.“

Kern: "Schwarzes Machtkartell brechen"

Schnabl will sich auch  für das 365-Euro-Öffi-Jahresticket einsetzen.  Eine Ansage, die schon seit Jahren von den NÖ Grünen gefordert wird.

Unterstützung bekam Schnabl dabei von Ex- Bundeskanzler und SPÖ-Bundesparteiobmann Christian Kern. Der sparte nicht mit Kritik an der neuen Bundesregierung. „Es geht in den nächsten Wochen darum, in welche Richtung das Land gehen wird. Türkis-Blau ist angetreten und nach 14 Tagen zeigt schwarz-blau sein altes Gesicht.“, so Kern. In Niederösterreich gehe es darum, das „schwarze Machtkartell“ zu brechen.

Hundsmüller: "Massenquartiere sind tickende Zeitbomben"

Zur SP-Kampagne erklärte Hundsmüller, man habe "ein Projekt gewagt" und Aufmerksamkeit erzeugt. "Wir gehen ganz bewusst in die Gemeinden und Regionen", berichtete Wahlkampfleiter Wolfgang Kocevar. Die Botschaft sei die "zweite Meinung", zudem solle die Kampagne reflektieren, dass die Politik auch Spaß machen müsse.

Kritik hagelte es für Schwarz-Blau. "Wir lehnen das zutiefst ab, dass man Menschen, die Schutz suchen, in Kasernen pfercht", erklärte Hundsmüller: "Massenquartiere sind tickende Zeitbomben." Es werde auch darüber nachgedacht, Flüchtlinge in Kasernen in Niederösterreich unterzubringen - etwa in Horn, in der ehemaligen Martinek-Kaserne in Baden oder in Bruckneudorf im niederösterreichisch-burgenländischen Grenzgebiet, meinte der SP-Landesgeschäftsführer. (mehr dazu hier)

Werner Gruber sorgte für Unterhaltung

Für zahlreiche Lacher sorgte der Auftritt von Physiker Werner Gruber, Direktor des Planetariums der Stadt Wien, der zwei Experimente - zu den Themen Solidarität und Schwarze Löcher - vorführte.

NÖ-GVV-Präsident LAbg. Rupert Dworak erklärte, es gelte für die Sozialdemokraten am 28. Jänner möglichst viele Stimmen aus den Kommunen mitzunehmen. Mit ihrer Werbelinie ist die SPÖ laut Dworak auf dem richtigen Weg: "Wer nicht auffällt, fällt durch." Auf dem Programm standen weiters Reden des Listenersten Schnabl und des Bundesparteivorsitzenden Christian Kern.

Vor Beginn der Veranstaltung wurde vor dem VAZ Punsch ausgeschenkt, auch Maroni wurden verteilt. Gäste erhielten Schals mit der Botschaft "Franzschaft! Trau dich was, waehl SPNOE" und Brillenputztücher mit dem Slogan "Machen wir NOE durchsichtiger!". Weiters hieß es einer Broschüre "Lichten wir den NÖbel", "Alles eitel Wonne in NÖ? Pah!" und "Die zweite Meinung statt der erstbesten und der einseitigen". Angekündigt wurde "Frischer Wind für Niederösterreich".