Erstellt am 17. April 2018, 02:27

von Anita Kiefer

Gute Aussichten für 2018. Prognose des Instituts Synthesis rechnet mit Rückgang der Arbeitslosen um sechs Prozent.

Der künftige AMS NÖ-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich gab im Gespräch mit NÖN-Wirtschaftsressortleiterin Anita Kiefer einen Ausblick über die weitere Entwicklung des heimischen Arbeitsmarkts.  |  Erich Marschik

Es sind erfreuliche Zahlen, die das Forschungsinstitut Synthesis in einer aktuellen Prognose für den niederösterreichischen Arbeitsmarkt verspricht. Das Wirtschaftswachstum wird 2018 – anders als ursprünglich angenommen – auch heuer über der Drei-Prozent-Marke liegen. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Der Rückgang der Arbeitslosen wird 2018 bei sechs Prozent liegen – ein doppelt so hoher Wert als im vergangenen Jahr.

„Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist mit Sicherheit die gute Konjunktur“, weiß der stellvertretende AMS NÖ-Geschäftsführer Sven Hergovich, der Karl Fakler mit Juli 2018 als Landesgeschäftsführer in Niederösterreich beerben wird. „Der zweite Faktor ist die abgeschwächte Zuwanderung.“ Arbeitskräfte aus den Nachbarländern und Osteuropa drängen also weniger stark auf den heimischen Arbeitsmarkt als bisher.

Einige Zahlen: Rund 618.700 Personen werden im Jahresdurchschnitt 2018 in Niederösterreich beschäftigt sein. Das entspricht einem Plus von 11.500 gegenüber 2017. Ursprünglich wurde ein Plus von 8.200 Beschäftigten prognostiziert. Die Arbeitslosenquote wird im blau-gelben Bundesland bei 8,1 Prozent liegen – ein Minus von 0,6 Prozentpunkten gegenüber 2017.

"Das Potenzial ist bereits aufgebraucht"

Das Angebot an Arbeitskräften (dieses inkludiert arbeitslos Gemeldete ebenso wie Beschäftigte) wird mit einem Plus von 1,2 Prozent zwar auf 673.200 im Jahresdurchschnitt steigen. Das Plus wird aber weniger hoch sein als in den Jahren davor. 2015 und 2016 gab es hier ein Plus von 1,6 Prozent, 2017 von 1,3 Prozent. „Der Zuwachs beginnt sich abzuschwächen“, erklärt Hergovich. Die Gründe: Der Arbeitsmarkt in den Nachbarstaaten Österreichs läuft sehr gut, das Lohnniveau dort steigt. Und: „Das Potenzial ist bereits aufgebraucht. Jeder, der gehen wollte, ist bereits gegangen.“

Zu seinen persönlichen Zielen für seine Aufgabe als Landesgeschäftsführer des AMS Niederösterreich wollte Hergovich noch keine Details verraten. „Das sollen zuerst die Mitarbeiter erfahren. Ich bin aber dankbar, eine sehr gut aufgestellte Landesgeschäftsstelle übernehmen zu können.“ Auch er werde aber jedenfalls seinen Fokus darauf legen, Unwillige zu sanktionieren. Außerdem ermögliche es die aktuell gute Wirtschaftslage, „die Gruppen, die es besonders schwer haben, speziell zu unterstützen“. Dies sind Ältere, Personen mit gesundheitlichen Pro-blemen und jene ohne abgeschlossene Ausbildung. Besonders an letztere appelliert Hergovich. „Eine abgeschlossene Ausbildung ist der größte Schutzfaktor vor Arbeitslosigkeit.“

Auch die angekündigten Kürzungen der Bundesregierung im Budget des AMS wollte Hergovich nicht kommentieren. „Es ist nicht meine Aufgabe, über die Höhe des Budgets zu diskutieren. Meine Aufgabe ist es die Mittel, die wir erhalten, bestmöglich einzusetzen.“

Das AMS NÖ beschäftigt 990 Personen (856 Vollzeitäquivalente) in 22 Geschäftsstellen. Im März 2018 gab es in Niederösterreich 56.120 arbeitslos Gemeldete (- 8,0 Prozent).