Pressbaum

Erstellt am 16. April 2018, 14:31

von Beate Riedl

An Nachbarn vorbeigeschrammt: „Wollte einschüchtern“. Pressbaumer (39) fuhr aus Ärger wegen Besitzstörungsklage mit dem Auto mehrere Male knapp an seinem Nachbarn (36) vorbei.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, Volodymyr Baleha

„Glauben Sie nicht, dass er Angst bekommen hat? Was wollten Sie damit bezwecken?“, fragt Richter Slawomir Wiaderek einen Pressbaumer (39). Ihm wird am Bezirksgericht St. Pölten gefährliche Drohung vorgeworfen. Er soll mit seinem Auto mehrmals sehr knapp an einem weiteren Pressbaumer (36) vorbeigefahren sein, einmal soll es auch „Kontakt“ gegeben haben. „Er wollte einschüchtern, es tut ihm leid, er möchte sich dafür entschuldigen“, meldet sich sein Verteidiger gleich zu Beginn der Verhandlung zu Wort.

Auch der Angeklagte zeigt sich geständig und gibt an, dass es nicht richtig war. Wegen Falschparkens und in weiterer Folge wegen einer Besitzstörungsklage, die dem Pressbaumer mehrere hundert Euro gekostet hat, wollte er sich wohl rächen.

„Schlecht geschlafen und ein ungutes Gefühl“

Das Opfer habe durch die Aktionen zwar keine körperlichen Verletzungen, aber sehr wohl psychische. „Nach den Vorfällen konnte ich schlecht schlafen. Und immer, wenn es die Straße entlang ging und ein Auto von hinten kam, hatte ich ein ungutes Gefühl“, erinnert sich der Pressbaumer. Den Vorschlag ein gemeinsames Gespräch und eine Entschuldigung bei der Bewährungshilfe nahm das Opfer nicht an.

„Ich will den Kontakt minimieren“, sagt er. Dass sie sich aber weiterhin über den Weg laufen, werde sich aber nicht ganz vermeiden lassen, zumal sie in der gleichen Siedlung wohnen, gibt der Richter zu bedenken. 300 Euro als Schadenswiedergutmachung akzeptierte er schließlich. Dazu kommen noch 100 Euro Pauschalkosten. Nach einer Probezeit von zwei Jahren kann das Strafverfahren dann eingestellt werden.