Erstellt am 15. November 2017, 05:31

von Daniel Lohninger, Martin Gruber-Dorninger und Birgit Kindler

Die Landtagswahl-Kandidaten stehen bereits fest. VP, SP und FP beschlossen in der Vorwoche ihre Listen und stellten erste Themenschwerpunkte für die Wahl im Jänner vor.

Josef Schmidl-Haberleitner, Franz Gruber, Landtagsabgeordnete Doris Schmidl, VP-Regionssprecher Michael Strozer, Landesrätin Barbara Schwarz, Irene Heise und Christian Umshaus (v. l.) unterstützen VP-Purkersdorf-Obmann Andreas Kirnberger (Mitte) als Kandidaten.  |  NOEN, privat

Der Landtagswahlkampf kommt in die Gänge. Die drei großen Landesparteien stellten mit den Kandidatenlisten die personellen Weichen für die nächste Landesregierung. Insgesamt geht es in Stadt und Bezirk St. Pölten diesmal um sechs Grundmandate.

Einstimmig beschloss der Wahlkonvent die Reihung der 15 Kandidaten

Das VP-Spitzentrio Martin Michalitsch, Doris Schmidl und Markus Krempl-Spörk hat realistische Chancen, im nächsten Landtag zu sitzen. Die VP baut aber wieder auf das Vorzugsstimmensystem – damit hat theoretisch jeder der 15 Kandidaten die Chance auf ein Mandat. Darunter auch Purkersdorfs VP-Obmann Andreas Kirnberger, der auf Platz vier auftaucht und für die Region so etwas wie ein Paukenschlag ist.

„Ja, es stimmt, ich wurde gefragt, ob ich antreten möchte und hab dann nicht lang überlegen müssen“, zeigt sich Kirnberger selbstbewusst, der eine direkte Vertretung der Region im Landtag erreichen will. Als Hauptthemen hat Kirnberger Mobilität für die Pendler sowie den Ausbau der U-Bahn für sich ausgemacht. „Ein ganz elementares Thema für die Region ist auch die Unterstützung und Förderung der regionalen Wirtschaft, besonders der Klein- und Mittelbetriebe mit ihren Arbeitnehmern“, fügt das Wirtschaftsbund-Mitglied hinzu.

„Ja, es stimmt, ich werde antreten und musste nicht lange überlegen.“ Andreas Kirnberger, VP-Kandidat

Die SP gab den Startschuss für den Wahlkampf bei einer Vorstandssitzung im Schloss Traismauer. „Volle Kraft für unseren Spitzenkandidaten Franz Schnabl“, gab SP-Bezirksvorsitzender Matthias Stadler als Motto aus. Spitzenkandidatin ist Kathrin Schindele, auf Listenplatz zwei folgt Traismauers Bürgermeister Herbert Pfeffer. Erst auf Platz zehn scheint Christian Putz auf. Die Themen des Purkersdorfers gleichen leicht jenen von VP-Kandidat Kirnberger.

Catrin Barnath-Haas, Christoph Artner, Kathrin Schindele, Sabine Hutterer, mit Landesrat Franz Schnabl, Edeltraud Mühlbauer, der Purkersdorfer Kandidat Chrstian Putz, Eva Prischl, Siegfried Schuster, Michael Kern und Michael Kögl, sind SPÖ-Kandidaten aus dem Bezirk St. Pölten.  |  NOEN

„Die Region braucht eine moderne Infrastruktur, die auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist“, sieht Putz vor allem in der steigenden Mobilität und in wachsenden Verkehrsströmen neue Herausforderungen. Daher will er besonderes Augenmerk auf die Verkehrsinfrastruktur legen, darunter den Ausbau von Schiene und Straße. Putz will sich ebenso für eine finanzielle Entlastung der Pendler, zur Steigerung der individuellen Mobilität, einsetzen.

Fokus auf Mobilität

Aber auch die Bezirkspartei hat sich puncto Mobilität einiges vorgenommen. So soll das St. Pöltner Lup-Bussystem über die Stadtgrenzen hinaus entwickelt werden. Eine Voll-Universität für die Stadt, die Umsetzung der S 34, die Einführung der Widmungskategorie „Sozialer Wohnbau“ sowie einen kostenlosen Kindergartenbus in allen Gemeinden sind weitere Punkte der SPÖ in der Stadt St. Pölten und im Bezirk St. Pölten-Land.

Der Gablitzer Andreas Kahler geht für die FPÖ ins Landtagsrennen.  |  NOEN, privat

Die FP geht wieder mit Landtagsabgeordnetem Erich Königsberger in die Landtagswahl. Das beschloss der Bezirksvorstand in der Vorwoche, die Zustimmung des Landesvorstandes fehlt noch. Auf Listenplatz zwei ist der Herzogenburger Thomas Rupp. Gerüchte über eine vereinbarte Halbzeit-Lösung dementiert Königsberger: „Werde ich in den Landtag gewählt, möchte ich die ganze Legislaturperiode bleiben.“ Der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Bezirk sei ausgeräumt, unterstreicht Königsberger.

Der Gablitzer Andreas Kahler geht für die FPÖ auf Listenplatz vier ins Rennen. Er stand bereits auf der Wahlkreis-Liste für die Nationalratswahl und freut sich, dass die Partei weiterhin auf ihn setzt.

Wahlziel sei es, das Ergebnis aus 2013 klar zu übertreffen. Schwer wird das nicht werden, denn damals kam die FP auf vergleichsweise magere 8,6 Prozent der Stimmen.