Schwechat

Erstellt am 09. Februar 2018, 04:24

von Gerald Burggraf

Das tragische Leben einer Wegbereiterin. Die zweite Eigenproduktion der Saison beleuchtet die Geschichte der jüdischen Kabarettistin Lili Grün ( 1942).

Regisseur Marius Schiener (vorne) mit Assistentin Selina Stiegler und den Darstellern Manuela Seidl und Johannes Kemetter.  |  Rolf Bock

„Wir haben die neue Eigenproduktion passend zum Jubiläumsjahr 1938-2018 ausgewählt“, erklärt Intendantin Manuela Seidl. In „Ich bin so scharf auf Seele – das Leben der Lili Grün“ geht es um die 1904 geborene jüdische Kabarettistin aus Wien. „Das passt zu einer Kleinkunstbühne wie dem Theater Forum“, so Seidl.

Die künstlerische Leiterin bedauert, dass über Grün relativ wenig bekannt ist. „Biografisch gibt es sehr wenig über sie. Lili Grün war auch eine tolle Autorin“, berichtet Seidl. Ende der 1920er Jahre ging Grün nach Berlin, wo sie sich 1931 dem politisch-literarischen Kabarett-Kollektiv „Die Brücke“ anschloss. Wenige später wurde das Kabarett aufgelöst, die Berliner Deutsche Tageszeitung hatte es als „Kommunistisches Hetzkabarett“ verunglimpft.

"Ich bin so scharf auf Seele – das Leben der Lili Grün“

Zurück in Wien veröffentlichte Grün 1933 den Roman „Herz über Bord“, in dem sie die Erlebnisse in Berlin verarbeitet. 1942 wurde die Jüdin – an Tuberkulose erkrankt – ins KZ „Maly Trostinez“ deportiert, wo sie noch am selben Tag ermordet wurde.

Um die Geschichte Grüns authentisch darzustellen, nahm man sogar Kontakt mit der jüdischen Kultusgemeinde auf. Im Foyer wird man zudem ihre Geburtsurkunde sowie den Deportierungsbescheid und weitere Infos zum Jahr 1938 ausstellen.

„Ich bin so scharf auf Seele – das Leben der Lili Grün“ feiert am Samstag, 3. März, Premiere und läuft dann von 8. bis 23. März jeweils am Donnerstag, Freitag und Samstag. Beginn ist an allen Spieltagen um 20 Uhr, das Bistro ist ab 19 Uhr geöffnet.

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