Heiligenkreuz

Erstellt am 13. Februar 2018, 02:37

von NÖN Redaktion

Faszination Olympia. Johannes Paul Chavanne aus Heiligenkreuz ist bereits zum dritten Mal als „Olympiapater“ im Einsatz und unterstützt das Team.

In der Wiener Hofburg freute sich Chavanne schon auf seine Aufgabe.  |  NOEN

Auch für das bei sportlichen Großereignissen wie Olympischen Spielen immer wieder auftretende Thema Doping gilt das achte der Zehn Gebote: „Du sollst nicht lügen“. Darauf hat „Olympiapater“ Johannes Paul Chavanne kurz vor Beginn der Winterspiele in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang hingewiesen. Sportliche Leistungen sollten „ehrlich und fair erbracht werden, alles andere steht auf wackeligen Beinen“, erklärte der Seelsorger des österreichischen Olympia-Teams.

Der Zisterzienser aus dem Stift Heiligenkreuz ist am Mittwoch zu seiner mittlerweile dritten Olympia-Teilnahme nach Südkorea aufgebrochen. „Es wird geschätzt, dass ein Seelsorger für die Sportler da ist“, berichtete Chavanne. Er stehe aber nicht nur den 105 entsandten Athleten, „von denen ich schon die meisten kenne“, zur Feier der Heiligen Messe, zur Aussprache und zu zwanglosen Gesprächen über Gott und die Welt zur Verfügung, sondern auch dem aus vielen Funktionären, Trainern, Physiotherapeuten oder Köchen bestehenden Begleittross.

Leistungsfähigkeit der Sportler erhöhen

Der „Olympiapater“ weiß aus Erfahrung, dass es bei „lockerem Small Talk“ durchaus zu tiefen Gesprächen kommt. Ihm gehe es darum, „in einer unaufdringlichen, aber doch klaren Art und Weise, ein Zeugnis für Jesus zu geben“. Dabei sei auch oft sein persönliches Zeugnis gefragt - etwa warum er Mönch geworden ist und wie die Kraft des Glaubens ihn stärkt. Die Zeit der Sportler sei getaktet, neben der Vorbereitung auf die jeweiligen Wettkämpfe gelte es auch zahlreiche Medientermine wahrzunehmen. Da ist ein Gespräch mit dem „Olympiakaplan“ oft eine gute Abwechslung.

Allerdings sieht Chavanne seine Tätigkeit nicht darin, „die Leistungsfähigkeit der Sportler zu erhöhen“, da, sagt er, „gibt es Psychologen, die das gut machen“. Präsent möchte der Priester vor allem auch für jene sein, die Misserfolge oder Verletzungen zu verkraften haben.

„Auch in der auf Höchstleistungen ausgerichteten Welt des Spitzensports komme es immer wieder zu Situationen, in denen deutlich wird, wie verletzlich jeder Mensch ist. Spätestens wenn Sportler älter werden, stehen sie vor der Herausforderung anzuerkennen, dass Leistung nicht das einzige Kriterium für ein gelingendes Lebens ist“, so Chavanne. Siehe auch Erzdiözese-Seite!