Erstellt am 04. Januar 2018, 04:00

von Peter Sonnenberg

Kunert und Dressler gehen getrennte Wege. Knalleffekt zum Jahresende: Der Korneuburger Thomas Kunert und Christoph Dressler, Österreichs Nummer drei, werden bzw. müssen in Zukunft getrennte Wege gehen.

Es geht in eine neue Richtung: Thomas Kunert muss 2018 mit einem neuen Partner spielen.  |  NOEN, privat

Im österreichischen Beach volleyballsport bleibt kein Stein auf dem anderen: Kurz vor dem Jahreswechsel gab der Verband bekannt, die meisten bisherigen Duos aufzulösen und neu zusammenzustellen. Das betrifft auch den Korneuburger Thomas Kunert, der es letzte Saison mit Christoph Dressler bis zur Nummer drei der heimischen Rangliste schaffte.

Bei den Herrenteams gehen in der neuen Saison nur mehr die Vize-Weltmeister Clemens Doppler/Alexander Horst und die Nachwuchshoffnungen Martin Ermacora/Moritz Pristrauz in unveränderter Konstellation an den Start. Für den 27-jährigen Kunert ein Schock:

„Die Teamtrennung kam für mich sehr überraschend. Der Verband war mit der Saison des gesamten B-Kaders nicht zu frieden und wollte deshalb umstrukturieren.“ Kunert/Dressler spielten die letzten vier Jahre zusammen und hatten auch drei erfolgreiche Saisonen. In der Vorsaison gab es unter anderem Top-fünf-Ergebnisse auf der World Tour und die Teilnahme bei der Heim-WM auf der Wiener Donauinsel – allerdings waren ihre Leistungen nicht konstant genug.

„Ich finde es sehr schade, dass die Konsequenz einer nicht ganz so erfolgreichen Saison eine sofortige Teamtrennung mit sich bringt“Thomas Kunert

„Ich finde es sehr schade, dass die Konsequenz einer nicht ganz so erfolgreichen Saison eine sofortige Teamtrennung mit sich bringt“, schüttelt Kunert den Kopf. „Christoph und ich haben uns in den letzten Jahren ein gutes Umfeld mit Athletik trainer, Physiotherapeutin, Mentalcoach und Sponsoren aufgebaut, welches wir jetzt natürlich verlieren.“

Was für den Weinviertler aber noch bitterer ist: Als Verteidigungsspieler fand er bis dato noch keinen neuen Partner, mit dem ein langfristiger Erfolg möglich scheint. Zur Zeit trainiert er mit Ersatz- und Trainingspartner Philipp Waller
(96er-Jahrgang). „Da er ebenfalls ein Verteidigungsspieler ist, stellt diese Konstellation eher eine kurzfristige Lösung dar. Wir müssen abwechselnd am Block gehen und Philipp spielt zusätzlich noch links auf seiner ungewohnten Seite“, berichtet Kunert. „In den letzten Wochen haben wir aber sehr stark trainiert und in einigen Trainingsspielen alle anderen Nationalteams, u.a. Doppler/Horst, geschlagen.“

Kunert: Hatten fixe Pläne für 2020"

Der Nationaltrainerstab war daraufhin so sehr überrascht, dass die beiden bereits seit gestern beim Vier-Sterne-Turnier in Den Haag (Niederlande) an den Start gehen werden. Trotzdem ist Kunert noch immer verärgert: „Christoph und ich hatten mit unserem gesamten Kompetenzteam fixe Pläne für 2020 (Anm.: Olym pische Sommerspiele in Tokio).

Durch diese Teamtrennung orientieren sich meine Ziele jetzt step by step. Da ich einer der fittesten Athleten im Stützpunkt bin und auch einer der wenigen, die verletzungsfrei sind, ist mit mir zu rechnen.“