Mistelbach , Güssing

Erstellt am 07. April 2018, 07:32

von David Aichinger

Mistelbach - Jennersdorf: Atmosphäre top, Ergebnis flop. Mistelbach und Jennersdorf spielten am Freitag vor rund 500 lautstarken Zuschauern. Sportlich gingen die Weinviertler im ersten Semifinale unter.

Vorteil Jennersdorf! Die Burgenländer gingen in der Halbfinalserie der 2. Bundesliga heute mit 1:0 in Führung. Wie erwartet erzeugten die beiden Fanlager ordentlich Krach, die „Defense“-, „Jennersdorf“- oder „Mustangs“-Schreie aus den Kehlen der rund 500 Anhänger waren kaum noch zu unterscheiden. Und auch auf dem Spielfeld war man sich zunächst ebenbürtig. Die Gäste hatten den besseren Start, Mistelbach kam nach dem Timeout bei 6:14 aber schnell zurück. Im zweiten Viertel zogen die Mustangs kurz davon, bei Seitenwechsel waren die beiden Kontrahenten wieder Zehe an Zehe.

Anstelle des offenen Visiers von Viertel eins war jetzt aber schon eingekehrt, was man im Vorfeld erwartet hatte: Beide Teams zeigten, warum sie in dieser Saison die defensivstärksten der Liga sind. Mistelbach gelangen im zweiten Abschnitt nur zehn Punkte, Jennersdorf 13.

Feier begann schon weit vor dem Ende

Zu Beginn des dritten Abschnitts riss dann aber jener Graben auf, der für Mistelbach letztlich nicht mehr zu kitten war. Auch wenn es vorerst nur sieben, acht Punkte Differenz waren, Jennersdorf schien dem Gastgeber mental den Zahn zu ziehen. Eine passende Szene: Stefan Obermann warf am Ende des dritten Viertels eilig von der Mittellinie auf den Korb. Ein typischer Buzzer-Beater-Versuch – es waren aber noch acht Sekunden auf der Uhr.

Zu Beginn des Schlussabschnitts traf Ivo Prachar für zwei, Jennersdorf antwortete mit sieben Punkten in Serie zum 52:64 und einem weiteren 10:0-Run. Genug für Christoph Astl, um nach zwei verwandelten Freiwürfen schon fünf Minuten vor Ende die Feier mit dem lobenswerten Fanblock zu beginnen.

Weissenböck: „Jennersdorf war heute besser“

Als Mistelbach 13 Sekunden vor Ende die Niederlage anerkannte, hatten die Gastgeber in diesem Viertel gerade mal acht Punkte erzielt – wenig verwunderlich also, dass beide Seiten den gleichen Hauptgrund für den überraschend deutlichen Endstand nannten: Die starke Defense der Gäste, speziell in Hälfte zwei. „Da haben wir es geschafft, nochmal einen Zahn zuzulegen“, fand auch Jennersdorf-Forward Sebastian Koch. Mistelbach-Coach Martin Weissenböck wusste das anzuerkennen: „Wenn man eine Partie so verliert, muss man auch so sportlich fair sein und sagen, Jennersdorf war heute besser.“

Wie schwer es sei, nur 48 Stunden nach so einem ersten Spiel schon das womöglich entscheidende, zweite zu spielen? „Sehr schwierig. Wir werden natürlich Videoanalyse machen und schauen, ob wir das eine oder andere finden, das uns hilft. Wir haben auch schon während dem Spiel Sachen gesehen, die wir gebraucht hätten, aber wir haben es – aufgrund des Drucks und aufgrund der guten Verteidigung – nicht umsetzen können.“

Koch fordert seine Mannschaft unterdessen auf, am Sonntag nochmal eine Schippe draufzulegen, die Leistung der zweiten Hälfte von Beginn an zu bringen und den Sack zuzumachen. Der 30-jährige Teamspieler ist sicher: „Da wird es zwei (solche) Halbzeiten brauchen, um in das Finale aufzusteigen.“

STATISTIK

MISTELBACH MUSTANGS – JENNERSDORF BLACKBIRDS 58:76 (24:20, 34:33, 50:57).

Mistelbach: Semerad (12 Punkte), Sismilich (11), Prachar (10), Morwitzer (8), Isbetcherian (7), Dygryn (6), Obermann (4), Hofer.

Jennersdorf: Klepeisz (21), Sebastian Koch (17), Ulreich (12), Horvath (9), Christoph Astl (7), Jandrasits (6), Bernhard Koch (4), Johannes Astl, Gentner, Träger.

Stand in der Best-of-Three-Serie: 0:1.

Das nächste Spiel: Sonntag (8. April), 17 Uhr, in Güssing.