Erstellt am 13. Februar 2018, 02:25

Erfolgsgarant im Eiskanal. Der Tullnerbacher Kurt Teigl steckt hinter dem blau-gelben „Bobwunder“. Der ehemalige Olympia-Starter brachte sieben NÖ-Athleten zu den Spielen nach Südkorea.

Der Hahn im Korb bei seinen Bob-Ladies: Kurt Teigl ist als Leiter des Leistungszentrums in Weinburg verlässlicher „Lieferant“ für die Olympischen Spiele.  |  NLK/Filzwieser

Wenn Kurt Teigl etwas anpackt, dann gibt’s keine halben Sachen. Als aktiver Bobsportler nahm der Tullnerbacher 1988 bei den Spielen in Calgary teil. „Es war schon imposant, vor 60.000 Zuschauern bei der Eröffnung ins Stadion einzumarschieren. Das vergess’ ich nie“, denkt der ehemalige Polizist zurück. Platz sechs gab’s damals für Teigl als Bremser im Schlitten von Peter Kienast. „Zu wenig“, knurrt Teigl, „wir waren auf eine Medaille aus.“ Diesen Ehrgeiz gibt der Olympiastarter von einst weiter – als „Vater“ des NÖ-Bobwunders.

Der passionierte Leichtathlet sorgt für den „Nachschub“ an Anschiebern. „Der Ausflug in den Bobsport liegt nahe“, weiß die St. Pöltnerin Valerie Kleiser. Leicht machte den Schritt das Vorbild in der eigenen Familie. Ihre Schwester Viola – ihres Zeichens Topsprinterin – war für Österreich 2014 bei den Spielen in Sotschi im Einsatz. Trainiert wird im Leistungszentrum Ost in Weinburg bei St. Pölten.

"Wir wollen eine Medaille"

Dort formt „Motor“ Teigl die Olympioniken von morgen. Gleich sieben LZ-Schützlinge stehen im rot-weiß-roten Aufgebot, das kommende Woche um Edelmetall in Pyeongchang kämpfen wird.

Christina Hengster (31) startet mit der St. Pöltner Leichtathletin Valerie Kleiser (24) als Bremserin. Auch Ersatzfahrerin Viktoria Eigner startet unter der Flagge des Teams Teigl. Einzig Zweierbob-Hoffnung Katrin Beierl trainiert separat in Himberg, Anschieberin Victoria Hahn dagegen im Leistungszentrum. Und im Viererbob von Markus Treichl sorgen die Teigl-Schützlinge Marco Rangl (23) und Ekemini Bassey (30, Union St. Pölten) für die nötige Power auf den ersten Metern.

Dass sein Klub mehr Olympioniken stellt als jeder andere, macht Teigl stolz. Und die Erwartungen sind hoch. „Wir wollen eine Medaille“, redet der Bob-Guru aus dem Wienerwald Klartext. Schließlich habe man viel in neue „Wunderwaffen“ seines Freundes Hannes Wallner investiert.

Das russische Team hatte für Sotschi 2014 beim Tiroler Bobbauer noch einen Exklusivvertrag. Über 300.000 Euro kostete damals ein Schlitten, jetzt war einer schon für wohlfeile 120.000 Euro zu haben. Teigl ist sich sicher: „Österreich ist absolut konkurrenzfähig.“