Erstellt am 09. Januar 2018, 02:41

von Wolfgang Wallner

Die Euro glänzt in Blau-Gelb. Torhüter Thomas Bauer und Routinier Tobias Schopf spielen bei der EM in Kroatien eine Schlüsselrolle.

Mit seinen 1,70 Metern ist der Kremser Tobias Schopf der Kleinste im österreichischen Team – in Kroatien will er groß aufzeigen.  |  Wallner

Verpatzte Generalprobe, gelungene Premiere? Das alte Theatermotto nährt die rot-weiß-roten Hoffnungen, wenn Österreichs Handball-Herren am Freitag ins Abenteuer Europameisterschaft starten. Mit starker blau-gelber Beteiligung.

Beim Testspieldoppel gegen EM-Starter Tschechien setzte es zwei Niederlagen: In der Südstadt 23:26, auswärts in Brünn ging man mit 21:35 unter.

„Alle Spieler sind sich bewusst, worum’s geht. Wir fahren nach Porec und haben gleich ein Finale“, erklärt Keeper Thomas Bauer. Der 32-jährige Badener, der sich seine ersten Sporen beim Vöslauer HC verdient hat, ist sich seiner Führungsrolle bewusst. Mit seinen 32 Jahren, den 132 Länderspielen am Buckel gehört der Frankreich-Legionär nicht nur wegen der Kapitänsrolle zu den Leadern im Team von Patrekur Johannesson.

Das „Finale“ steigt schon am Freitag

„Wir wissen schon heute auf die Uhrzeit genau, wann wir zu 100 Prozent da sein müssen“, sagt Bauer. „Das gesamte Umfeld arbeitet hoch professionell, dadurch können wir uns voll auf die Euro fokussieren. Der Verband investiert viel, die Trainer investieren viel und wir Spieler natürlich auch. Das wird sich bezahlt machen!“ Der EM-Auftakt am Freitag (18.15 Uhr) gegen Weißrussland gilt als Schlüsselspiel, warten doch in den übrigen Partien mit Weltmeister Frankreich (Sonntag, 18.15 Uhr) und Vize-Weltmeister Norwegen (Dienstag, 16. Jänner) noch weitaus härtere Kaliber.

Mit einem Auftaktsieg stünden die Österreicher so gut wie sicher in der Hauptrunde, bei einer Niederlage wäre schon eine Sensation gegen Weltmeister Frankreich oder Vize-Weltmeister Norwegen notwendig.

Bollwerk und Leitwolf. Der Badener Thomas Bauer agiert trotz fehlender Spielpraxis in Topform. Gegen Frankreich & Co. wird er einiges zu tun bekommen.  |  Wallner

„Dass ich bei der EM dabei sein kann, ist für mich der absolute Höhepunkt meiner Karriere“, fiebert Tobias Schopf den Partien entgegen. Als „Turbo“ in der HLA und bärenstarker Siebenmeterschütze (bester Wert der heimischen Liga) empfahl ich Schopf für den Trip nach Kroatien. 32 Jahre alt musste der linke Flügel des UHK Krems werden, um seine Premiere bei einer Europameisterschaft zu feiern. Mit 18 Länderspielen ist die internationale Erfahrung des 1,70-Meter-Mannes überschaubar. Wie beim ganze Austro-Team.

In der Ära von St. Pöltens Legende Viktor Szilagyi hatte die ÖHB-Auswahl rund doppelt so viele Länderspiele am Buckel wie die aktuelle Nationalmannschaft. Umso wichtiger ist der mentale Aspekt. Teamchef Johannesson setzt dabei auf den Input von Landsmann. Den weiß nicht nur Schopf zu schätzen, sondern vor allem Käpt’n Bauer.

Dem ist in den vergangenen Monaten in Frankreich „der Spaß vergangen“. Bei Aufsteiger Massy war der Niederösterreicher nur die Nummer zwei, ein Vereinswechsel steht auf der Agenda. „Die EM vor Augen zu haben, war ein Motivationsschub für mich.“ Fehlt nur noch das Happy End ...