Erstellt am 17. Mai 2017, 21:28

von APA Red

Thiem nach Sieg über Cuevas im Rom-Achtelfinale. Dominic Thiem hat am Mittwoch die erste Hürde beim ATP-Masters-1000-Event in Rom gemeistert.

Thiem steht im Achtelfinale  |  APA (AFP)

Der 23-jährige Weltranglisten-Siebente aus Lichtenwörth rang den starken Sandplatzspieler Pablo Cuevas nach 1:43 Stunden mit 7:6(4),6:4 nieder und steht damit im Achtelfinale. In diesem trifft er am Donnerstag (nicht vor 19.00 Uhr) entweder auf Sam Querrey (USA) oder Jan-Lennard Struff (GER).

Sollte sich Thiem auch in dieser Runde durchsetzen, dann steht er wie im Vorjahr bereits wieder im Viertelfinale, in dem er bei programmgemäßem Verlauf zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen auf Superstar Rafael Nadal treffen würde.

Madrid-Finalist Thiem war happy nach dem Sieg. "Es ist immer schwierig, nach einer guten Woche auf komplett andere Bedingungen zu kommen, und dann war es gleich ein sehr schwieriger Gegner", sagte Thiem gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Natürlich steckt mir Madrid noch ein bisserl in den Knochen, es war immerhin mein erstes Finale auf so einem Level. Deshalb bin ich sehr zufrieden, dass ich einen Sieg gegen so einen guten Sandplatzspieler gefeiert habe."

Thiem hatte wie erwartet einige Mühe mit dem im Ranking bereits wieder auf Platz 23 gekletterten Kitzbühel-Starter Cuevas. Schon für die ersten beiden Games benötigten die Spieler 15 Minuten. Als Cuevas dem Niederösterreicher zum 2:1 den Aufschlag zu Null abnahm, war Thiem gewarnt. Der Uruguayer "massierte" die Rückhand Thiems und vermied so die krachende Vorhand des Favoriten.

Cuevas wollte sich für die Halbfinal-Niederlage von Madrid vergangene Woche revanchieren. Thiem gelang sofort das Rebreak zum 2:2. Als er im neunten Game seinen Aufschlag nach einem leichten Volleyfehler zum 4:5 abgab, servierte Cuevas auf die 1:0-Satzführung. Thiem gelang das Rebreak und es ging ins wohl vorentscheidende Tiebreak. In diesem erarbeitete sich Thiem mit einer wunderschönen Rückhand entlang der Linie bei 6:3 drei Satzbälle, den zweiten nützte er nach 64 Minuten.

"Es war ganz anders als in Madrid. In Madrid habe ich dominiert mit dem Aufschlag, und es war auch schwierig, ihn zu breaken, heute war der Aufschlag nicht so entscheidend. Ich bin zweimal gebreakt worden, er dreimal", resümierte der achtfache Turniersieger. Das Match sei im Gegensatz zu Madrid mehr von der Grundlinie entschieden worden. Das gewonnene Tiebreak machte die Sache weit leichter. "Es wäre sehr schwer geworden, wäre ich 0:1 in Sätzen hinten gewesen, weil ich es eben alles ein bisserl spüre und er dann sicher auch ganz anders gespielt hätte im zweiten Satz."

Nicht entgangen ist ihm freilich die Vorfreude der Fußball-Fans im nur rund 300 Meter entfernten Stadio Olympico, wo sich die über 70.000 Anhänger von Juventus Turin und Lazio Rom schon auf das Cup-Finale einstimmten. "Ja, sicher, aber ich bin weder Lazio-Fan noch Juventus-Fan. Ich kann beide Clubs nicht wirklich so gut leiden, da habe ich mich mehr auf mein Match konzentriert. Das wäre anders gewesen, wenn Chelsea gespielt hätte, dann wäre mein Match in den Hintergrund gerückt."

Erst im Spiel danach wurde sein Achtelfinal-Gegner am Donnerstag ermittelt: "Struff ist einer meiner besten Freunde auf der Tour. Da bin ich in einer verzwickten Situation: Ich hoffe, dass er gewinnt, andererseits verstehen wir uns wirklich gut. Da würde ich nicht so gern gegen ihn spielen", gestand Thiem. Gegen den Deutschen hat er eine 2:1-Bilanz in direkten Duellen. Mit Querrey hat er sich 2016 und 2017 jeweils in Acapulco gemessen (Bilanz: 1:1). "Er hat ein Riesenservice, das wird sehr schwer zu breaken auf Sand. Beide sind relativ ähnliche Spielertypen, die viel auf Risiko gehen. Also von dem her werden es wahrscheinlich kürzere Ballwechsel als heute."

Das mögliche dritte Duell in drei Wochen mit Sandplatz-König Rafael Nadal ist also nur noch einen Sieg entfernt. "Ja, ich habe auch den Raster gesehen, und natürlich weiß ich ihn bis zum Finale durch, aber es wartet noch ein sehr schwieriges Match morgen. Die Wahrheit ist, dass ich noch nicht an das Duell denke."