Erstellt am 13. Februar 2018, 02:22

von Peter Führer, Christine Haiderer, Fritz Hauke, Anita Kiefer und Daniel Lohninger

Mehr als nur Spiele: Das trägt NÖ zu Olympia bei. Kameras, Wein und Gastankstellen aus Niederösterreich in Pyeongchang, Sportler setzen auf NÖ-Betreuer.

Mit Weinen aus NÖ im Austria House: Langenlois-Vizebürgermeister Leopold Groiß, Anna Veith und Ursin-Haus-Geschäftsführer Wolfgang Schwarz.  |  Erich Spiess/ÖOC

74,6 Prozent der Niederösterreicher verfolgen die Olympischen Spiele in Pyeongchang mehr oder weniger intensiv mit. Das zeigt eine Umfrage des Badener digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent.com. Besonders beliebt sind Ski alpin, Skispringen, Nordische Kombination und Biathlon.

Im Rennen um die Medaillen sind unsere Landsleute in diesen Sportarten eher Außenseiter, im Rennen um lukrative Aufträge in Südkorea ist Niederösterreich aber ganz vorne dabei.

Das Exportvolumen Österreichs legte von Jänner bis September 2017 gegenüber 2016 um fast 50 Prozent zu. Mit einem Anteil von 0,9 Prozent an den Exporten ist Südkorea für die heimische Exportwirtschaft zwar nur etwa so bedeutend wie Kroatien, doch der Markt wächst rasant.

„In den ersten zehn Monaten 2017 hatten wir ein Rekordergebnis, so viel haben wir noch nie nach Korea exportiert“, sagt Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Südkorea, Franz Schröder. Agrana, Berndorf Band, Diamond Aircraft, Kotányi, Buntmetall, Doka und Egger Bier sind nur einige NÖ-Betriebe, die Handelsbeziehungen mit Südkorea unterhalten.

Pressbaumer Firma sorgt für Live-Bilder

Besondere Spiele sind diese Olympischen Spiele für die Camcat-Systems GmbH. Der Betrieb aus Pressbaum (Bezirk St. Pölten) liefert sieben Kamera-Seilbahnsysteme, die spektakuläre Live-Bilder von den Bewerben in die Wohnzimmer liefern. Die Kustec Kälte- und Systemtechnik GmbH aus Freundorf (Bezirk Tulln) errichtete Gastankstellen für die Olympiabusse.

Und auch der Weißwein kommt aus Niederösterreich. Exklusiver Lieferant im „Österreich-Haus“ ist die Vinothek Ursin Haus aus Langenlois, die Sportler und VIPs mit Weinen von Bründlmayer, Rabl, Steininger, Jurtschitsch, Topf, Schloss Gobelsburg und Kolm versorgt.

Olympia-Seelsorger aus Heiligenkreuz

Näher dran an den Sportlern ist Pater Johannes Paul Chavanne (34) vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz (Bezirk Baden). Er ist als Olympia-Seelsorger für die seelischen Belange der Sportler zuständig: Seine Aufgabe sei es nicht, die Leistungsfähigkeit der Sportler zu erhöhen, betont der Pater: „Ich möchte vor allem für jene da sein, die Misserfolg und Verletzungen zu verkraften haben.“ Für den 34-Jährigen sind es bereits die dritten Olympischen Spiele. Aus seiner Erfahrung heraus weiß er, dass es die Sportler sehr schätzen, wenn ein Seelsorger da ist.

Auch für das köperliche Wohl der Sportler sorgen Niederösterreicher. Die Wiener Neustädter Sportwissenschafter Michael Stocker und Florian Retter (beide 34) von „Topsport“ betreuen Skifahrerin Kathi Gallhuber und Bob-Anschieber Marco Rangl. Das Duo unterstützt die beiden Athleten bei der Trainingsplanung und sorgte dafür, dass Gallhuber und Rangl die passende Physis für die Spiele haben.

Ebenfalls für die Betreuung der österreichischen Athleten zuständig sind die Korneuburger Sportmediziner Erich Altenburger (57) und Joachim Westermeier (40). Beide sind als Bindeglied zwischen den Athleten und dem Olympic Medical Center im Einsatz.

In Südkoreas Hauptstadt tagten die Sportmediziner

Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Olympischen Spiele für die 19-jährige Katharina Lenz aus Amstetten. Sie hat über Ö3 ein Praktikum im „Österreich-Haus“ gewonnen. Dort ist sie so etwas wie das Mädchen für alles und unter anderem auch als Fahrerin des VIP-Shuttles im Einsatz.

Während in Pyeongchang die Sportler um erste Medaillen kämpften, tagten in Südkoreas Hauptstadt Seoul die Sportmediziner. Veranstalter war die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin. Deren Präsident ist Stefan Nehrer, Professor an der Donau Uni Krems. Neben Experten aus Deutschland, Japan und der Schweiz referierten auch welche aus Südkorea und Niederösterreich. Seit 20 Jahren gebe es die Kooperation mit Südkorea bereits, betont Nehrer. So waren erst im Juni südkoreanische Sportmediziner an der Donau Uni zu Gast.