Erstellt am 11. April 2017, 04:56

von Claus Stumpfer

Durststrecke beendet. Die Packa-Truppe ließ die Außenseiterrolle kalt. Gegen die Vorarlbergerinnen wurde Handball auf Top-Niveau gespielt.

Lisa Felsberger war wieder die Anführerin der St. Pöltner Union-Spielerinnen und führte das Team endlich wieder zu einem Sieg in der WHA.  |  NOEN, Stumpfer

Als krasser Außenseiter gingen die St. Pöltnerinnen ins Spiel, zeigten jedoch von Anfang an keinen Respekt. „Nach der Papierform und nach der individuellen Stärke sollte das Spiel eine klare Sache für die Gegnerinnen werden, denn alle Spielerinnen kommen aus dem Vorarlberger Leistungsmodell und Trainerin Sabine Kainrath hat die meisten von ihnen zweimal am Tag zum Training zur Verfügung“, war auch Andrea Halm überrascht, wie stark sich die Union-Spielerinnen gegen das Team um Julia Feierle, Fabienne Tomasini sowie Adriana und Julia Marksteiner (zwei Frauennationalteam- und zwei Jugendnationalteamspielerinnen) erstmals in dieser Saison präsentierten. Bislang waren die Landeshauptstädterinnen heuer in allen Duellen chancenlos gewesen.

„Nachdem die ersten Minuten recht ausgeglichen verlaufen sind, haben unsere Mädels dann ab der siebenten Minute den Turbo eingeschaltet“, war auch Trainer Jan Packa begeistert. Aus einer sicheren Abwehr heraus, die auch Kreisspielerin Feierle sehr gut im Griff hatte, zogen sie ihr schnelles Spiel auf und trafen siebenmal in Folge, ohne dass Dornbirn auch nur zu einer Torchance gekommen wäre.

St. Pöltnerinnen waren endlich treffsicher

St. Pölten präsentierte sich auch weiterhin als die kompaktere Mannschaft, nützte jede Schwäche der Gegnerinnen zu schnellen Kontern und Durchbrüchen. Treffsicher war in dieser Phase Flügelspielerin Katharina Schmölz. Mit insgesamt neun Toren traf sie auch zum Halbzeitstand von 20:12.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bäumten sich die Vorarlbergerinnen noch einmal auf, konnten mit Würfen von neun Metern auf 16:20 verkürzen. Doch näher als auf vier Tore ließen die Heimischen die Gegnerinnen nicht mehr heran.

Angeführt von Spielmacherin Lisa Felsberger bauten sie dann in aller Ruhe den Vorsprung wieder auf sichere sieben bis acht Tore aus. „Sie spielten Flügel- oder Kreisspielerin nach Belieben frei und trafen auch vom Aufbau“, freut sich Halm. Landesligatorfrau Katharina Weber, die für die verletzte Nummer eins Tajda Tripkovic eingesprungen war, fungierte als sicherer Rückhalt. So konnte sich das Team endlich wieder über einen Sieg freuen.

„Heute haben alle gezeigt, was wir trainiert haben. Gegen starke Einzelspielerinnen kann man nur als Team punkten. Keine war egoistisch, wir haben überlegt die Chancen herausgespielt und sicher verwertet“, gratulierte Packa.

Gut lief auch für die U 18, obwohl die St. Pöltnerinnen mit 28:33 nach Halbzeitführung den Kürzeren zogen. Die Trainer Daniel Bertl und Patrick Salfinger hatten ihr Team auf die Gegnerinnen vorbereitet und ließen sich auch vom 0:4-Rückstand nicht beirren, gingen nach zehn Minuten durch Sandra Majetic mit 5:4 in Front. Erst in der 51. Minute konnten die Gäste die Führung zurückholen, auch weil St. Pölten in dieser Phase Majetic und Jessica Hollaus bereits fürs WHA-Spiel geschont haben. „Die Wechselmöglichkeiten der Vorarlbergerinnen ergaben den Unterschied“, ist sich auch Halm sicher.