Erstellt am 14. November 2017, 01:58

von Claus Stumpfer

Finale der Rallye Waldviertel sorgte für Spannung. Es war die finale Ausgabe der Rallye Waldviertel. Pyhras Michael Kogler hatte mit Pech zu kämpfen.

Michael Kogler beschädigte beidiesemAusritt die Hinterachse am Citroen.  |  NOEN, UNIOR Racing Team

Sportlich hochstehende und dramatische Entscheidungen einerseits sowie auch viele nostalgische Reminiszenzen, weil die 37. die letzte Rallye Waldviertel war, prägten am Wochenende das Geschehen des Klassikers in der Gegend rund um Horn.

Knapp 40.000 Fans entlang der Strecke 

Das Organisationsteam um den Böheimkirchner Helmut Schöpf an der Spitze, lud noch einmal zum Rallye-Saisonfinale. Österreichs Spitzenpiloten, die Meisterschaftsentscheidungen und starke Ausländer lockten rund 40.000 Fans bei guten äußeren Bedingungen an.

In einem Herzschlagfinale setzt sich der Oberösterreicher Raimund Baumschlager mit 5,4 Sekunden Vorsprung gegen Hermann Neubauer durch. Und auch der 2WD-Titel geht nach Oberösterreich, Julian Wagner beerbt seinen Bruder als Champ.

Wie in der großen Spielklasse kämpften auch in der 2WD drei Piloten um den Titel. Kogler und sein erfahrener Co Andre Kachel begannen mit einer Bestzeit und nach zwei Sonderprüfungen führte das UNIOR Racing Team Austria mit 3,2 Sekunden Vorsprung.

Für den zweiten Durchgang jedoch vergriff man sich bei der Reifenwahl. UNIOR-Racing Teamchef Gottfried Kogler erklärt: „Wir haben ja als eines von wenigen Teams einen Vertrag mit Pirelli, einen solchen hat auch Raimund Baumschlager, und die Italiener haben alles daran gesetzt, dass auch wir den Titel holen können. Es wurde sogar extra ein Reifentechniker aus Italien eingeflogen.“

Sechste SP wurde Kogler zum Verhängnis

Dennoch war der empfohlene weiche Reifen die falsche Wahl, weshalb Kogler auf SP3 runde zehn Sekunden einbüßte. Wieder mit der härteren Mischung gelang ihm auf SP4 erneut eine Bestzeit. Nach dem ersten Tag fehlten Kogler auf Platz zwei der 2WD aber exakt acht Sekunden.

Auf der morgendlichen SP6 büßte Kogler weitere 18,6 Sekunden ein. Vater Gottfried weiß: „Michael hat auf dieser Prüfung den Titel verloren.“ In der Folge wollte er natürlich unbedingt den Rückstand wieder gutmachen und fuhr mit der Brechstange. Doch ein „Wackelstein“ kam dem Unterfangen in die Quere. Die „rasende Werkzeugkiste“ schlug mit dem rechten Hinterrad gegen den Stein, dabei wurde die Hinterachse verbogen. „Ich musste Tempo rausnehmen, denn das Auto fuhr nur noch quer“, erzählt Michi Kogler. Nach einer Begutachtung jedoch stellte sich heraus, dass nichts gebrochen war und so konnte er mit der verbogenen Achse sogar noch eine Bestzeit markieren.

Auf der vorletzten SP fehlte dem Piloten noch das nötige Vertrauen ins behelfsmäßig reparierte Fahrzeug, doch auf der letzten Prüfung ließ er den Citroen nochmals fliegen und markierte erneut eine Bestzeit — seine sechste!

Er beendete die Rallye auf Platz drei der ORM2WD, konnte aber noch die NÖ Rallye Trophy für sich entscheiden.