Erstellt am 09. Januar 2018, 02:20

von Wolfgang Wallner

Benjamin Karl: „Ein Versuch war‘s wert“. Der Wilhelmsburger Benni Karl verpasst in Lackenhof die Quali. Der Kampf ums Olympia-Ticket wird zur Nervenprobe.

Bei seinem Blitzcomeback am Ötscher nach Eigendefinition „auf rohen Eiern“ unterwegs: Benjamin Karl.  |  NOEN, APA/Pucher

Das große Snowboard-Wunder ist ausgeblieben. Auch der vierfache Weltmeister kann nicht zaubern – das Blitzcomeback in Lackenhof am Ötscher endete für Benjamin Karl vorzeitig.

Nur vier Wochen nach dem Bruch des Sprungbeins und zwei Bänderrissen im rechten Sprunggelenk stand der Wilhelmsburger wieder im Weltcup am Brett, schrammte als 17. der Qualifikation um 18 Hundertstel am Finaleinzug vorbei.

„Ich habe es nicht geschafft, die Verletzung auszublenden“, analysiert Karl. „Vor allem bei den Schwüngen auf der Frontside bin ich wie auf rohen Eiern gefahren. Ich bin trotzdem froh, dass ich hier gewesen bin und es zumindest versucht habe!“

Vaterfreuden sind mehr als Trostpflaster

„Zufrieden bin ich mit dem Resultat nicht. Platz 17 ist leicht steigerungsfähig.“ Karl fand sich trotzdem im Zielraum „seines“ Heim-Weltcups ein und wurde von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Sport-Landesrätin Petra Bohuslav getröstet. Und letztlich gab’s für Österreichs Ausnahmeboarder im Vorfeld der Lackenhof-Bewerbe gute Nachrichten: Karl und seine Frau Nina werden im Sommer zum zweiten Mal Eltern.

Der vierfache Weltmeister will dem verletzten Fuß nun eine Pause gönnen und die letzten zwei Rennen in Rogla nützen, um sich für die Spiele zu qualifizieren. Das wird alles andere als leicht. „Wir wissen, was Benni kann, aber er wird für das Olympia-Ticket ein Top-Resultat brauchen, die Kollegen haben stark vorgelegt“, verweist ÖSV-Snowboard-Sportchef Christian Galler auf die starke Konkurrenz.